Tag des offenen Denkmals: Lebendige Traditionspflege

Apolda. "Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?" lautete das Motto des diesjährigen Denkmaltages, zu dem am gestrigen Sonntag nicht weniger als 67 Objekte im Kreis Weimarer Land einluden.

Am Tag des offenen Denkmals wurde das 2. Burgmarkt in der Wasserburg Niederroßla gefeiert. Foto: Henry Sowinski

Am Tag des offenen Denkmals wurde das 2. Burgmarkt in der Wasserburg Niederroßla gefeiert. Foto: Henry Sowinski

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Dabei nutzten viele Vereine und Kommunen die Möglichkeit, mit besonderen Festen und Vorführungen auf sich und "ihr" Denkmal aufmerksam zu machen.

Eine zentrale Eröffnungsfeier fand im Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden statt, wo Kreisbeigeordnete Christiane Schmidt-Rose auf die Bedeutung des Denkmaltags im Kreis aufmerksam machte. Unter den Veranstaltungen fanden sich beliebte "Dauerbrenner", man denke nur an das Schausieden in der Bad Sulzaer Saline. Auch die Liebstedter Ordensburggilde nutzte den Tag, um bei freiem Eintritt die Gäste zum 8. Back- und Wurschtfest zu locken – mit Fleisch und Wurst, Käse und Fisch sowie allerlei historischem Handwerk. In manchen Kirchen ging es eher beschaulich zu. Doch selbst wenn "nur" die Türen offen standen, war das ein Beitrag, ist das doch längst nicht mehr selbstverständlich.

Dem Thema des unbequemen Denkmals widmete man sich in Niederroßla mit dem 2. Burgmarkt, und bewies eine schöne Verbindung zum Nützlichen. Dort nämlich waren nur Privatleute als Händler zugelassen und spendeten diese einen Teil ihres Erlöses für den Erhalt der Burg. Auch das ist nicht selbstverständlich – seit dem Teileinsturz der Burg vor einigen Jahren mehren sich die Stimmen, die den Bau als Denkmal in Frage stellen. Und ein Abriss ist oft preiswerter als ein Erhalt. Doch die Niederroßlaer haben schon "Übung" im Kampf um ihre Denkmale: In den 90ern beteiligten sich die Bürger und die Kirchgemeinde in einer beispiellosen Solidarität erfolgreich an der Sanierung der von Kopf bis Fuß mit Schimmel befallene Kirche des Dorfes. Gestern gab es zudem eine Überraschung. Der im Ort beheimatete Offroad-Club Weimarer Land spendete spontan 500 Euro für die Wasserburg – dank eines positiven Ergebnisses bei der jüngsten Offroad-Veranstaltung am Wochenende zuvor.

Übrigens ist es trotz permanent leerer öffentlicher Kassen nicht nur eine Angelegenheit der Eigentümer, "ihre" Denkmale zu erhalten, auch der Kreis gibt noch Geld. In diesem Jahr, so sagte Schmidt-Rose bei der Eröffnung, sind es 30.000 Euro. Ein Drittel davon fließt nach Niederroßla in die Wasserburg, ein weiteres Drittel in die Kirche Hopfgarten; über 7500 Euro freut sich die Kirche Heichelheim und der Rest kommt in der Mühle Oberreißen zum Einsatz.

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