Bleicherode ist Gesprächsstoff auf der Berlinale

Bleicherode  Parallel zu den Dreharbeiten für den Film in der Kalistadt haben die Arbeiten am Schnittplatz begonnen. Regisseur sehr zufrieden mit Arbeit im Team.

Die Szenen in der „Rumpelkiste“ mit mehr als 40 Komparsen klappten so gut, dass schon nach einem statt der geplanten zwei Tage alles im Kasten war.

Die Szenen in der „Rumpelkiste“ mit mehr als 40 Komparsen klappten so gut, dass schon nach einem statt der geplanten zwei Tage alles im Kasten war.

Foto: Robert Henning

Bleicherode auf der Berlinale: So weit ist es schon gekommen. „Man sprach uns auf den Film an, fragte, ob wir verrückt seien. Ja, wir sind es.“ Marion Mitterhammer lacht, als sie dies erzählt. Es ist der 7. von 26 geplanten Drehtagen für „Bleicherode“. Ein Film, der mit Ausnahme von zwei Profis allein mit Laiendarstellern auskommt. Auch hinter der Kamera stehen keine Filmleute, sondern Enthusiasten voller Ehrgeiz.

Regisseur Hans-Günter Bücking, der schon mehr als 300 Filme gedreht hat und für den Golden Globe nominiert war, betont denn auch wieder und wieder, dass „Bleicherode“ kein Bücking/Mitterhammer-Film ist, sondern ein „Film von Bleicherode“. Als No-Budget-Streifen soll er es gleichwohl in den internationalen Verleih schaffen. Also wird professionell gearbeitet. „Es gibt klare Ansagen, keine Diskussionen“, hat Robert Henning beobachtet. Wie im richtigen Leben gibt er im Film den Wirt der Kultkneipe „Rumpelkiste“. Doch gibt es während des Drehs nur alkoholfreies Bier, Vanillesauce statt Eierlikör, Kirschsaft statt -likör.

„Dieser Mann nimmt uns ziemlich hart ran, man muss hochkonzentriert sein“, sagt Regieassistent Henrik Müller über Bücking. Es klingt dankbar. Dankbar auch für eine Gelegenheit, die einmalig sein dürfte. „Über diesen Film reden die Leute noch in 20 Jahren“, ist der promovierte Biologe und Physiker überzeugt. „Läuft er erfolgreich, kann man den Film natürlich auch als Referenz nutzen“, meint Ricardo Meyer. Der freiberufliche Ton- und Lichttechniker bringt deshalb gern sein Equipment wie seine Zeit ein.

In der „Rumpelkiste“, vorm evangelischen Pfarramt, am Busbahnhof und im Freibad wurde bereits gedreht. Fleischer und Bäcker, Kino, Bestattungsinstitut und „Kultur Floral“ sowie einige Wohnungen werden weitere Drehorte sein. Der Schnitt hat schon begonnen, Marion Mitterhammer sah erste Muster: „Das Schauen ist eine Freude. Und ich kann sagen: Es sind einige echte Talente dabei: vor und hinter der Kamera.“

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