Bruno Jonas als Gaststar in Bleicherode

Bleicherode  Der bekannte bayerische Kabarettist ergänzt die Darstellerriege des Bleicheröder Filmprojekts.

Marion Mitterhammer und Bruno Jonas drehen ihre gemeinsame Szene im Kulturhaus. 

Marion Mitterhammer und Bruno Jonas drehen ihre gemeinsame Szene im Kulturhaus. 

Foto: Birgit Eckstein

Das Lachen von Bruno Jonas beherrscht die Szenerie am Montag im Bleiche­röder „Bürgerhof“. So sympathisch es im realen Leben klingt, so arrogant und schmierig wirkt es bei den Dreharbeiten. Denn der Star-Kabarettist aus Bayern verstärkt für zwei Drehtage das Team von „Bleicherode – Der Film“. Und er fühlt sich sichtlich wohl im Team, auch wenn es beim Text noch manchmal hakt. Doch wenn der Satz von dem „Klodeckel mit der Absenkautomatik“ absolut nicht fehlerlos über die Lippen gehen will, wird halt das einladende Dekolleté der Hauptdarstellerin Marion Mitterhammer als Halterung für den Spickzettel genutzt.

Jonas spielt den unverschämten Rationalisierer Eduard Weinstein (ein Schelm, der Böses bei dem Namen denkt). „Meine Figur soll im Auftrag der Treuhand in Bleicherode aufräumen. Sympathisch ist dieser Eduard nicht, er ist sogar ein großes Arschloch“, sagt Jonas. „Aber ich finde die Figur spannend, die erzählt was. Und ich bin hier nicht der Kabarettist, sondern ein Schauspieler, der macht, was der Regisseur möchte“. Der Mann, den Jonas sehr schätzt. „Hans-Günther hat so viel Erfahrung. Er ist ein großartiger Regisseur und Kameramann.“ Seit gut 30 Jahren kennen sich Bruno Jonas und Hans-Günther Bücking bereits. „Wir sind befreundet und haben immer schon mal einen Film zusammengedreht. Als er mir von dem tollen Projekt erzählt hat und mich fragte, ob ich mitmache, habe ich ja gesagt“, berichtet der Künstler.

Jonas: „Erfolgreiches Stück deutscher Film“

Die Region ist dem Kabarettisten, der viele Jahre als Bruder Barnabas auf dem Nockerberg der bayerischen Landesregierung die Leviten las, nicht ganz unbekannt. Schon Anfang der 80er-Jahre gastierte er mit der Münchner Lach- und Schieß­gesellschaft in Nordhausen. In Bleicherode ist der Künstler aber zum ersten Mal. Auch wenn er Spuren anspricht, die der Sozialismus hier hinterlassen hat, so sieht er auch die Chancen, die genutzt wurden.

Dass ihm die Arbeit in der Kalistadt Spaß macht, merkt man ihm im Gespräch und vor der Kamera an. Wenn Bruno Jonas vom Team spricht, zeigt er offen seine Begeisterung. „Die Arbeit und die Gemeinschaft hier sind großartig. Mit welcher Energie und mit welchem Engagement alle Mitwirkenden dabei sind, ist einfach begeisternd. Ich finde es unheimlich spannend und interessant, was man hier erlebt.“ Und wie erlebt ein Vollblutprofi wie Bruno Jonas die Arbeit mit Laien? „Ich merke es manchmal überhaupt nicht, dass ich mit Laien spiele. Manche sind ­Naturtalente vor der Kamera. Hans-Günther Bücking hat mir einige Muster des Films gezeigt, da sind Leute dabei, die sind richtig gut. Die hohe Identifikation mit dem Projekt überträgt sich auf die Darsteller“, schwärmt der Niederbayer.

„Ich glaube, das wird über die Region hinaus ein erfolgreiches Stück deutscher Film“. Damit beendet Bruno Jonas das Gespräch, denn die Dreharbeiten gehen weiter. Absolute Ruhe ist notwendig, wenn die Kamera wieder läuft. Wehe dem, der vergessen hat, sein Handy auszuschalten. Selbst der Staubsauger, der im etwas entfernten Kulturhaussaal läuft, stört die Aufnahme. Zimperlich geht es auch nicht zu. So erklingt zum Beispiel ein „Du bist zu langsam“ in Richtung Marion Mitterhammer. „Ich weiß“, antwortet die beliebte Darstellerin ihrem Ehemann, der in diesem Fall ganz Regisseur ist. Der Mann mit so viel internationaler Erfahrung, der nun in seiner Heimatstadt dieses Projekt umsetzt. Umgeben von einem Team Bleicheröder, das alles dafür gibt, den Film zu einem Erfolg werden zu lassen. Wer einmal bei den Dreharbeiten dabei war, der weiß, dass dem nichts im Wege steht. Das Ergebnis gibt es dann im Herbst im Bleicheröder Kino zu sehen.

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