Aus dem Schatten der Vergangenheit

Weimar  Clubtheater Weimar präsentiert „Normalnull“ von Lisa Astrid Mayer. Uraufführung am 16. Juni im Mon Ami

Alle Mitwirkenden auf einen Blick: Regina Franke, Christina und Ralf Grossmann, Karin Hemkes, Advaita Kästner, Christina Kleffel, Svenja Kuhn, Leonie Naujoks, Holger Schäler, Alexander Völker und Andrea Ziegenrücker.

Alle Mitwirkenden auf einen Blick: Regina Franke, Christina und Ralf Grossmann, Karin Hemkes, Advaita Kästner, Christina Kleffel, Svenja Kuhn, Leonie Naujoks, Holger Schäler, Alexander Völker und Andrea Ziegenrücker.

Foto: Maik Schuck

All ihre Lebensentwürfe folgen ihr auf Schritt und Tritt wie Schatten, bis Nina irgendwann überraschend stehen bleiben und sich fragen muss: Wer davon bin denn jetzt eigentlich ich? Warum, wieso und überhaupt? Um die Suche nach der eigenen Identität geht es im neuen Stück des Clubtheaters Weimar: „Normalnull“, geschrieben und inszeniert von Lisa Astrid Mayer, erlebt am Samstag, 16. Juni, um 20 Uhr, seine Uraufführung im Mon Ami.

Es ist das fünfte Stück des Weimarer Amateurtheaters, das mit „Kaltes Herz“ (2016), „Schiller ganz oder gar nicht“ (2013), „Radiostücke“ (2012) und „Mein Freund Harvey“ (2011) beachtliche Erfolge feierte. Seit Oktober wird einmal in der Woche geprobt. Elf Mitwirkende zwischen 18 und 60 Jahren lassen Episoden aus dem Leben der 100 Jahre alten Nina lebendig werden. Drei von ihnen sind neu im Ensemble. „Ein sehr schöner, interessanter Probenprozess“, sagt Christina Grossmann, Leiterin des Clubtheaters. Mit „Normalnull“ habe Lisa Astrid Mayer dem Clubtheater ein rund 90-minütiges Stück auf den „Leib“ geschrieben, in dem sich alle Darstellerinnen und Darsteller wiederfinden können. Mayer, Geigenstudentin an der Musikhochschule Weimar mit starken Ambitionen fürs Regiefach, hat bereits das Libretto für Giordano Bruno do Nascimentos Oper „Die schönere Wahrheit“ geschrieben und da Nascimentos Werk inszeniert.

„Warum muss ich denn etwas werden?“, fragt sich Max (Advaita Kästner) in „Normalnull“ an einer Stelle. Was heißt es denn überhaupt, „etwas werden“? Die Proben bieten über das Einstudieren des Stückes hinaus nach Angaben von Christina Grossmann auch Raum für Diskussionen. Denn Lisa Astrid Mayer schneide „viele tolle Themen an, über die man sich Gedanken machen kann – ohne erhobenen Zeigefinger und ohne den Zuschauer belehren zu wollen.“ Die Proben zeigten, wie schön und interessant es ist, an solchen Themen zu arbeiten und sich gegenseitig zuzuhören. „Ein spannender Prozess.“

Lisa Astrid Mayer lässt „Normalnull“ im Jahr 2060 spielen. Im Hintergrund: das gewaltige Gebirgsmassiv des Himalaya. Für alle Mitwirkenden sei das Werk eine „große Herausforderung“.

Weitere Aufführungen sind am 23. Juni um 18 Uhr und am 29. Juni um 20 Uhr ebenfalls im Mon Ami geplant.

Tickets gibt es in der Touristinformation Weimar, Am Markt 10, Reservierung auch online möglich unter www.clubtheater-weimar.de , Restkarten gibt es an der Abendkasse.

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