"Die Päpstin": Viel Applaus für Premierenaufführung am Theater Nordhausen

Nordhausen. Sönke Wortmanns Film Die Päpstin, basierend auf Donna W. Cross Roman, spielte seit 2009 über 27 Millionen US-Dollar ein. Selbst wenn jetzt dem Theater Nordhausen die Ehre gebührt, das 2011 uraufgeführte Musical von Dennis Martin als erstes Stadttheater mit Orchester-Live-Begleitung zur Premiere gebracht zu haben, kann man dort von derartigen Einspielsummen nur träumen.

Florian Kontschak spielt den Papst Sergius und Femke Soetenga die Päpstin. Foto: Roland Obst

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Schöner Trost: Am Ende der Premiere huldigte das Publikum allen Beteiligten mit stehenden Ovationen. Das Theater nahm die Aufführung zum Anlass einer Leistungsschau seiner Sparten. Alle Seiten wollten dem gottesfürchtigen Mädchen Johanna, dass es im 9. Jahrhundert schaffte, den Papstthron zu besteigen, zu einem fantastischen Bühnenauftritt verhelfen. Die Ballettkompanie, der Kinderchor, achtbare Solisten, der Opernchor, die Kinderdarsteller Zoé von Soden (Johanna) und deren Bruder (Hugo Zeplichal) sowie das zuverlässig begleitende Loh-Orchester waren eine geballte Kraft, deren Wirkung man sich schwer entziehen konnte.

Hinzu kam, dass die pragmatisch eingerichtete und ausgeleuchtete Bühne (Udo Herbster) die historische Fantasie beflügelte, bestens assistiert von Elisabeth Stolze-Bleys opulenten Kostümen. In Regie und Choreographie folgte Iris Limbarth eins zu eins der literarischen Vorlage, wobei sie in dieser Nummernrevue fabelhafte Bildakzente setzte. Das gefiel. Man verzieh dem Musical, was man der Oper gemeinhin verübelt: stereotype, postromantisch-sentimentale Posen im Spotlight.

Femke Soetenga war eine anrührende Päpstin, die besonders in ihren selbstzweiflerischen Soli wie "Wer bin ich, Gott" glänzte. An ihrer Seite ließ Gerold (Patrick Stanke) nichts anbrennen. Dem edlen Recken mit Gerechtigkeitssinn und sonorer Stimme mussten Johanna und vor allem das jugendliche Publikum einfach verfallen. Ungeachtet kleinerer Intonationsschwankungen war Nordhausens "Päpstin" fein säuberlich gearbeitet. Die Musik, sprich der eklektizistische Gleichklang mit anderen Schöpfungen dieses Genres, ist einmal mehr gewöhnungsbedürftig.

Nächste Vorstellung: 23. März, 11 Uhr; 29. März , 14.30 Uhr. Eintritt: 10 bis 33 Euro.

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