Skog Ogvann ist neuer Landesmeister im Poetry Slam

Nordhausen  Skog Ogvann aus Sömmerda gewinnt Thüringer Landesmeisterschaft im Poetry Slam im Nordhäuser Theater

Der Sömmerdaer AutorSkog Ogvann ist neuer Landesmeister im Poetry Slam.

Der Sömmerdaer AutorSkog Ogvann ist neuer Landesmeister im Poetry Slam.

Foto: Hendrik Schirner

Um nicht weniger als die Teilnahme an den Poetry-Slam-Meisterschaften für den gesamten deutschsprachigen Raum in Zürich geht es, als das Nordhäuser Theater am Samstag zur Landesmeisterschaft lädt. Die TA hat den Dichterwettstreit protokolliert: 19.18 Uhr: Parkett und Oberrang füllen sich. Besucher finden sich auf den Plätzen ein, blicken gespannt zur Bühne. „Finale der 6. Thüringer Landesmeisterschaften im Poetry Slam“ steht dort und verrät den Grund für das zahlreiche Erscheinen. 19.27 Uhr: Die Seitentüren werden geschlossen, die Juroren instruiert. Insgesamt sieben von ihnen wurden zufällig aus dem Publikum ausgewählt, um die verantwortungsvolle Aufgabe der Beurteilung des eben Gehörten zu übernehmen. Dies geschieht nach jedem Slammer mit Hilfe kleiner Punktetafeln.

Zuvor wird die Bühne aber anderen überlassen: Die frisch gebackene SongSlam-Meisterin Friederike stimmt das Publikum musikalisch auf den Abend ein. Anschließend haben die Moderatoren Andreas Lindeau (kurz AIDA) und Ko Bylanzky ihren Auftritt. Sie erklären noch einmal die Regeln. Nur selbstgeschriebene Texte sind zulässig, maximal sieben Minuten hat der Poet Zeit, das Publikum zu begeistern. Die Juroren entscheiden, wer in die Finalrunde einzieht, wobei die jeweils niedrigste und höchste Punktzahl nicht gewertet werden. Maximal kann ein Teilnehmer also fünfzig Punkte erreichen. 20.02 Uhr: Bühne frei für den ersten Poeten: Levin Simmet aus Weimar. Er rezitiert einen eindrucksvollen Text über Außenseiter. Der für Arnstadt startende Flemming Witt begeistert das Publikum danach mit seiner „Betont unschuldigen Geschichte“. Die Gunst der Juroren kann aber Stefanie Menschner gewinnen, sie zieht als erste in die Finalrunde ein. Eigentlich ist sie eine selbstständige Improvisationstheaterkünstlerin, ihr Text heißt daher auch „Wenn ich ein Poetry Slammer wäre...“.

In Gruppe zwei darf Inke Sommerlang aus Erfurt beginnen. Ihr „Hang zum WahnGin“ beschreibt einen Partyabend zwischen Außen- und Innensicht. Lisa Stenke hat ihren Umzug nach Mittweida zum Thema ihres Slams gemacht. Zum Abschluss der zweiten Gruppe wird es noch einmal melodisch: Marcel Schneuer trägt einen Text über die Karriere einer Balletttänzerin vor. Die Juroren küren Inke Sommerlang zur zweiten Teilnehmerin des Stechens. 21.11 Uhr: Nach der Pause betritt Skog Ogvann die Bühne. „Fräulein Barbara von Rur“ heißt sein Text, der Elemente aus traditionellen Märchen, Science-Fiction und der Musik vereint. In „Wotan“ von Matthias Klass geht es um die Berufung Rechtsextremer auf germanische Kulte. Franziska Lepschies aus Gera beschließt diese Gruppe mit „One more light“. Dem gleichnamigen Song von Linkin Park nachempfunden, macht sie auf die fehlende gesellschaftliche Akzeptanz von Depressionen aufmerksam. Doch Ogvann zieht ins Finale ein. 22.19 Uhr: Einem aufreibenden Stechen folgend, werden nun die Punktzahlen vergeben. Die Säule Stefanie Menschners klettert auf 45,9. Sie belegt damit Platz 3. Die Entscheidung fällt zwischen Skog Ogvann und Inke Sommerlang. Ogvann wird mit 49,0 Punkten 6. Thüringer Landesmeister im Poetry Slam.

Nicht zuletzt ist sein Sieg in der thematischen Ähnlichkeit seiner beiden Slams begründet. Der Finaltext „Ritter Knut von Hohenstein“ schlägt in eine ähnliche Kerbe wie sein erster und erklärt unter anderem, wie Ursula von der Leyen zu ihrem Adelstitel kommt. Der Gewinner darf sich jetzt über eine Reise nach Zürich freuen. Dort finden vom 6. bis 10. November die deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam statt.

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