Creuzburg: Historischer Tanzball setzt vergnüglichen i-Punkt

Creuzburg  Michael-Praetorius-Tage spannen musikalisch den Bogen bis in die Zeit Martin Luthers

Zum Kreistanz war beim historischen Tanzball mit dem Leipziger Ensemble „Il Ballo“ aufgerufen. Musiker der Praetorius-Tage, aber auch Einheimische tanzten mit großem Amüsement Hand in Hand.

Zum Kreistanz war beim historischen Tanzball mit dem Leipziger Ensemble „Il Ballo“ aufgerufen. Musiker der Praetorius-Tage, aber auch Einheimische tanzten mit großem Amüsement Hand in Hand.

Foto: Jensen Zlotowicz

Mit einem vom Leipziger Ensemble „La Protezione della Musica“ musikalisch begleiteten Festgottesdienst gingen am Sonntagvormittag die 22. Michael-Praetorius-Tage in Creuzburg zu Ende. Was die Praetorius-Gesellschaft um ihre Protagonisten Silvia und Joachim Preß auf die Beine stellte, hatte bei aller „Alter Musik“ viel Frische und Beschwingtheit.

Dazu trug nicht zuletzt eine Neuheit bei den Praetorius-Tagen bei, nämlich der Historische Ball im Festsaal der Creuzburg am Samstag zu später Stunde. Das Leipziger Ensemble „Il Ballo“ hatte die Tanzmeisterin Gesine Kabuss mit nach Creuzburg gebracht. Unter ihrer Anleitung erlebten sowohl die jungen Mitglieder des belgischen Ensembles „Musica Fura“, die zuvor das Festkonzert gespielt hatten, als auch Einheimische und andere Gäste einen außergewöhnlichen und unterhaltsamen Reigentanzabend mit Musik aus der Spätrenaissance.

Mit großer Konzentration, aber auch unverkennbarem Vergnügen folgten die Damen und Herren den Schrittfolge-Anweisungen der Tanzmeisterin, die anschließend freudig in die Tat umgesetzt wurden. Die Premiere des historischen Tanzballs avancierte zu einem Ereignis, das Menschen – Musiker wie Zuhörer und Organisatoren gleichermaßen – noch näher brachte. Wein und Bioluna-Käse aus Creuzburg garnierten das vergnügliche Treiben mit internationalem Stimmengewirr bis weit nach Mitternacht.

Die Praetorius-Tage gingen, wie im Reformationsjubiläumsjahr nicht anders zu erwarten, inhaltlich auf die Beziehungen des Creuzburger Komponisten Michael Preatorius zu Martin Luther ein. Auch Ulf Wellner wusste in seinem wissenschaftlichen Vortrag von dieser Beziehung zu berichten.

Das Ensemble „Musica Fura“ aus dem belgischen Tervuren konzentriert sich auf die Aufführung von Musik des 17. Jahrhunderts und handhabt dabei die historische Aufführungspraxis – auf Kopien historischer Instrumente. Im Festkonzert widmeten sich die jungen Belgier auch der Renaissance- und Barockmusik. Das vielköpfige Ensemble ist in der Lage, einige der großbesetzten Choralkonzerte des Creuzburger Komponisten darzubieten.

Leipziger Ensemble seit drei Jahren aktiv

Erst seit drei Jahren aktiv ist das Leipziger Ensemble „La Protenzione della Musica“ (Der Schutz der Musik). Die jungen Mitstreiter stöbern für ihr Repertoire ebenfalls in der Musik von Renaissance und Frühbarock. Und: Sie bieten auch vokale Werke. Beim Eröffnungskonzert am Freitag, der musikalischen Tafel am Samstag und dem sonntäglichen Festgottesdienst stellten die Leipziger dies eindrucksvoll unter Beweis.

Während die Sachsen verstreut in Creuzburger Herbergen nächtigten, bot den Belgiern die Creuzburger Schule das Nachtquartier. Der Tanzball am Samstag schweißte alle zusammen, und die Akteure der kleinen Preatorius-Gesellschaft mit.

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