Defa-Chefindianer Gojko Mitic ist 80 – Erfurter Autor gratuliert

Erfurt.  Der Erfurter Indianerbuch-Autor Stefan Wogawa gratuliert Gojko Mitic mit einem neuen Abenteuerroman zum heutigen Geburtstag.

Defa-Chefindianer Gojko Mitic (links) und Buchautor Stefan Wogawa aus Erfurt im Filmclub Apolda am 20. Oktober 2019.

Defa-Chefindianer Gojko Mitic (links) und Buchautor Stefan Wogawa aus Erfurt im Filmclub Apolda am 20. Oktober 2019.

Foto: Funke Foto Service / Ingo Glase

„Die Söhne der großen Bärin“, „Chingachgook, die große Schlange“, „Ulzana“ und „Osceola“ – kein großer Indianerfilm der Defa, in dem Gojko Mitic nicht mitspielte. Aber auch in Agentenfilmen und Komödien, Arzt-Serien und Krimis stand er vor der Kamera, vor und nach der Wende.

Rund 60 Filme und Serien stehen in seiner Chronik, dazu noch ein halbes Dutzend Theaterstationen. Bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg etwa war er 14 Jahre lang Winnetou. Aber auch in Schwerin und Radebeul, der ostdeutschen Indianer-Hochburg, stand er auf der Bühne. Heute wird Gojko Mitic 80 Jahre alt.

Doch trotz vieler anderer Rollen bleibt er für viele seiner Fans der Defa-Chefindianer. „Das war für den DDR-Film ein echter Glücksgriff“, weiß Stefan Wogawa, Autor mehrerer Indianerbücher, der auch das Lexikon der DDR-Indianerfilme zusammenstellte und sich intensiv mit Gojko Mitic und echten Indianerstämmen beschäftigte.

„Gojko Mitic war in allen Indianerfilmen eine zentrale Figur. Er verkörperte seine Rollen in idealer Art und Weise, sowohl durch seine physische Präsenz als auch durch seine Glaubwürdigkeit. Er war der beste Darsteller eines Indianerhäuptlings.“

Obwohl in den 60er-Jahren auch viele westdeutsche Karl-May-Filme im damaligen Jugoslawien gedreht wurden, in denen der damalige Sportstudent mitspielte, hat es die Defa geschafft, ihn in ihren Filmen zu etablieren. „Mit dem bekannt großen Erfolg“, so Stefan Wogawa. Der aber aus seiner Sicht auch mit dem Konzept der beliebten Ost-Western zu tun hat: „Die Defa-Filme erzählen die Geschichten aus der Prärie aus der Sicht der Indianer, das macht sie so besonders, denn das war neu – und einmalig“, versichert der Thüringer Indianer-Experte.

Häuptling „Tecumseh“ war eine Figur des Widerstands

Aus den vielen Indianerfilmen der DDR ragt ein Streifen heraus: „Tecumseh“ von 1972. „Zum einen lag ihm wie in ,Osceola’ eine reale Persönlichkeit zugrunde, zum anderen war dieser Häuptling eine einmalige Figur im Widerstand der Indianer gegen die Weißen“, erklärt Wogawa, der auch über das Leben des echten Tecumseh und den gleichnamigen Defa-Film ein Buch geschrieben hat. „Er verfolgte ein strategisches Moment, wollte die Indianer einen, als Gegengewicht zu den Vereinigten Staaten von Amerika, die es damals noch gar nicht so lange gab. Er wollte einen Staat der Indianer gründen. Aber mit ihm ist in der Schlacht von 1813 auch diese Idee gestorben.“

Zum Geburtstag des Oberindianers Gojko Mitic hat Stefan Wogawa ein neues Buch geschrieben: „Das Indianergrab“. Der Roman erzählt im Stil von Karl May eine spannende Abenteuergeschichte um einen Professor, der auf der Suche nach einem Häuptlingsgrab den Schoschonen in die Hände fällt. Seine Tochter will ihn natürlich befreien und bekommt es dabei nicht nur mit Komantschen und der US-Kavallerie zu tun, sondern auch mit zwei aufrechten Helden, einem Weißen und einem Indianer… „Das erste Exemplar bekommt natürlich Gojko Mitic“, verrät Stefan Wogawa.

Bücher & Verlosung

  • „Das Indianergrab“ von Stefan Wogawa soll noch in diesem Monat im Arnstädter THK-Verlag erscheinen. Alle erwähnten Titel können unter info@thueringer-kommunalverlag.de bestellt werden.
  • Drei Buchpakete mit „Tecumseh“, „Indianergrab“ und Indianerfilm-Lexikon gibt es heute zu gewinnen. Rufen Sie an: 01378 / 90 44 83 (50 Cent pro Anruf aus dem Festnetz, Mobilfunk teurer).
  • Ende 2019 wurde Gojko Mitić von der Defa-Stiftung für sein filmkünstlerische Lebenswerk geehrt. Diesen Februar erhielt er auf der „Berlinale“ den „Premio Bacco“, einen Preis italienischer Filmkritiker.
  • Gerade ist beim Verlag Bild und Heimat ein Fanbuch herausgekommen.