Ehepaar fährt im Reisemobil um die halbe Welt

Dagmar und Rüdiger Hempel berichteten über ihre Reise, die sie nach Afrika, Südamerika und in die USA führte. Der Verein Iswi und der BC-Studentenklub an der TU Ilmenau initiierten die Vortragsreihe "Fernweh".

Dagmar und Rüdiger Hempel berichteten innerhalb der Vortragsreihe "Fernweh" über ihre Weltreise Ende der 1970er-Jahre. Foto: Hanns Stamm

Dagmar und Rüdiger Hempel berichteten innerhalb der Vortragsreihe "Fernweh" über ihre Weltreise Ende der 1970er-Jahre. Foto: Hanns Stamm

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Ilmenau. Drei Jahre reisten Dagmar und Rüdiger Hempel aus Wiesbaden Ende der 1970er-Jahre durch Afrika, Südamerika und die USA. Sie erzählten davon im Rahmen einer Vortragsreihe unter dem Titel "Fernweh", die der Verein Initiative Solidarische Welt Ilmenau (Iswi) und der BC-Studentenklub initiiert haben.

Ziel ist es, aufzuzeigen, was möglich ist und ein wenig dazu beiträgt, dass man die Welt, die unterschiedlichen Kulturen besser kennenlernt und dadurch ein ganz klein wenig mit dazu beiträgt, dass die Welt friedlicher wird.

Rüdiger und Dagmar Hempel nahmen einst als Hobby-Archäologen an einer Ausgrabung in der Türkei teil. Dabei entstand die Idee, eine Reise rund um die Welt zu unternehmen. Er sagte, ein Geländewagen muss es sein. Dagmar erwiderte, da das Hotel nicht gerade einladend war, man muss in dem Fahrzeug schlafen, und kochen und sich auch waschen können.

Lange überlegten sie, wie sie das Geld für solch eine Reise zusammen bekommen können. Die Wohnung in Wiesbaden, sie kostete 1200 Mark Miete, wurde gekündigt, sie zogen aufs Land und sparten monatlich 800 Mark, auch der Friseur wurde eingespart und vieles andere mehr. Rüdiger Hempel setzte sich mit dem Unimog-Hersteller in Verbindung, trug seine Idee vor und es entstand ein geländegängiges Reisemobil. Sponsoren wurden ebenfalls gesucht und gefunden. Nachdem sie vier Jahre eifrig gespart hatten und sich umfassend auf die Reise vorbereitet hatten, ging es im Dezember 1978 los.

Im Fahrzeug war so ziemlich alles verstaut, was man auf einer über 50 000 Kilometer langen Fahrt so gebrauchen könnte, vom Stromerzeuger über ein Kurzwellenfunkgerät bis hin zu einem Schweißgerät. Neunmal musste Rüdiger Hempel das Radlager wechseln, ansonsten hielt der Wagen gut durch.

Über die Straße von Piräus fuhren sie nach Kairo und Alexandria. Zwischen Weihnachten und Neujahr waren sie in Abu Simbel verabredet, den Termin konnten sie halten.

Die Hempels haben über 12 000 Dias gemacht und anhand von einigen Bildern, gut 120, verstand es Rüdiger Hempel, der heute 72-jährige jung wirkende Mann, dessen Sohn Benjamin in Ilmenau studiert, den zahlreichen Studenten die Reise nacherleben zu lassen.

Weitere Reiseziele waren der Sudan, Uganda, Kenia. Auch die Überquerung des Äquators wurde im Bild festgehalten. Er erzählte von den Begegnungen mit den Menschen in den einzelnen Ländern, aber ebenso von den Begegnungen mit Löwen und Gorillas. In Burundi entdeckten sie ein Grab deutscher Soldaten aus der Zeit von 1918 und trafen den deutschen Weltumradler Heinz Stücke.

Sie waren dabei, als Simbabwe seine Selbstständigkeit erhielt und Prinz Charles die Urkunde an Robert Mugabe übergab. Über Botswana und Namibia ging es dann nach Südafrika.

In Kapstadt wurde das Reisemobil auf einen Dampfer verladen und nach Montevideo verschifft, die beiden Hempels flogen über Deutschland hinterher.

Im weiteren Verlauf der Reise standen die Anden ebenso auf ihrem Programm wie Chile, Bolivien, der Titicacasee, Machu Picchu, die Ruinenstadt in Peru, und Ecuador.

Sie schauten bei der Kaffeeernte in Kolumbien zu, durchstreiften Venezuela und standen zum Abschluss mit ihrem Reisemobil vor dem Weißen Haus in Washington. Abschließend gelangte das Fahrzeug per Schiff nach Bremer Hafen.

Rüdiger Hempel sagte zum Abschluss, Fremdsprachen sind gut, aber man kommt auch ohne sie durch die Welt, mit Händen und Füßen. Und er gab den jungen Menschen noch folgenden Rat: Wenn man etwas will, geht es auch, es geht immer, man muss es nur wollen.

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