Erfurt bekommt eine Noten-Bibliothek

Die Notenbestände der Musikschule und der Stadtbibliothek werden vereinigt und sind ab Mittwoch öffentlich zugänglich.

Im Gebäude der Stadtbibliothek am Domplatz hat künftig auch die öffentliche Noten-Bibliothek ihren Platz. Im Keller lagern derzeit rund 14.000 Noten.  Foto: Marco Schmidt

Im Gebäude der Stadtbibliothek am Domplatz hat künftig auch die öffentliche Noten-Bibliothek ihren Platz. Im Keller lagern derzeit rund 14.000 Noten. Foto: Marco Schmidt

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Altstadt. Die Stadt Erfurt wird am Mittwoch kommender Woche eine öffentliche Noten-Bibliothek bekommen. Sie wird ihren Standort künftig in der Stadt- und Regionalbibliothek am Domplatz haben und Noten an Chöre, Orchester, Instrumentalisten, Vereine, Kindergärten, Schulen und Musikliebhaber ausleihen.

Es gibt Noten für Streich-, Tasten- und Zupfinstrumente, für Schlagzeug, Gesang, auch Partituren für Orchester, Chöre und Ensembles.

"Die Idee kam zustande, nachdem mich vor etwa einem Jahr ein Kindergarten angerufen hatte", berichtet der Direktor der Musikschule Erfurt Frank Beierlein. Dieser sorgte sich wegen der geforderten Gebühren für die Urheberrechte an den Noten der dort verwendeten Kinderlieder. Sollten die Kindergärten nun alle nötigen Noten kaufen?

Dabei verfügen sowohl die Musikschule als auch die Domplatz-Bibliothek über einen stattlichen Fundus an Noten, so Beierlein. Und so kam die Idee auf, beide Bestände zu vereinigen und öffentlich zugänglich zu machen.

Im Keller der Bibliothek am Domplatz wurde ein Magazin eingerichtet und die Noten katalogisiert. Per Ïnternet oder direkt am Tresen können Musikfreunde nun zunächst recherchieren, ob die Bibliothek über die gewünschten Titel verfügt. Binnen zehn Minuten sollen dann die gewünschten Titel bereit liegen. Dabei bleiben die Noten weiter Eigentum der Musikschule und der Domplatz-Bibliothek. Auf rund 14.000 Noten haben die Musikliebhaber schon jetzt Zugriff. Doch der Bestand soll weiter wachsen.

Dafür beantragte die Stadt beim Kultusministerium, das Projekt zu fördern, um auch neue Noten anschaffen zu können. Das Land stellte dafür in diesem Jahr 10.000 Euro zur Verfügung. Es habe signalisiert, so der Bibliotheksdirektor Eberhard Kusber, dass es das Vorhaben weiter unterstützen werde. Er ist stolz, dass ein solches Vorhaben in einer städtischen Bibliothek deutschlandweit erstmalig geglückt ist.