Erfurt forciert Plan für Bewerbung zum Unesco-Weltkulturerbe

Erfurt. Die Stadt Erfurt feilt an den Details der Bewerbung um die Aufnahme ihres jüdischen Erbes in das Weltkulturerbe der Unesco. Gegenwärtig werde dafür ein Managementplan erarbeitet, der bis Ende 2017 fertig sein soll, sagte der Kulturdirektor der Stadt, Tobias Knoblich.

Die Stadtverwaltung Erfurt arbeitet an ihrer Bewerbung um die Aufnahme des jüdischen Erbes (hier die Alte Synagoge) zum Unesco-Weltkulturerbe. Foto: Martin Schutt

Die Stadtverwaltung Erfurt arbeitet an ihrer Bewerbung um die Aufnahme des jüdischen Erbes (hier die Alte Synagoge) zum Unesco-Weltkulturerbe. Foto: Martin Schutt

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Erfurt will die Alte Synagoge der Stadt und die Mikwe, ein mittelalterliches Ritualbad, als Bauwerke von globaler Bedeutung anerkennen lassen. Die Synagoge wurde erst Ende der 1990er Jahre in der Erfurter Altstadt wiederentdeckt und gilt als das älteste bis zum Dach erhaltene jüdische Gotteshaus Mitteleuropas.

Der Baubeginn der Alten Synagoge wird auf 1094 datiert. Die Synagoge wurde für mehrere Millionen Euro saniert und beherbergt heute ein Museum mit weltweit einzigartigen Schätzen. Erfurt peilt die Aufnahme der jüdischen Stätten ins Weltkulturerbe für 2022 an. Knoblich ist nach eigenen Worten „ziemlich optimistisch“, dass dies auch gelingt. „Das gesamte jüdische Erbe ist beim Weltkulturerbe unterrepräsentiert“, sagte er. Diese Lücke könne Erfurt schließen.

Mit dem Managementplan werden Knoblich zufolge die Grundlagen für die eigentliche Bewerbung um den Status als Unesco-Weltkulturerbe gelegt. Unter anderem müsse die Stadt dort wichtige Aspekte wie Brandschutz, Fluchtwege, die Lenkung von Besuchern sowie den Betrieb des Kulturerbes darstellen. „Wenn der Plan fertig ist, wird das ein richtig dickes Dokument“, sagte Knoblich. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die noch verbliebenen bürokratischen Hürden rechtzeitig genommen werden können. Die Stadt werde dabei durch das Land Thüringen und das Auswärtige Amt unterstützt.

In Thüringen gehören bereits die Stätten des klassischen Weimar, die Weimarer Bauhaus-Stätten und die Wartburg in Eisenach zum Unesco-Weltkulturerbe. Für das evangelische Augustinerkloster in Erfurt hat die Kultusministerkonferenz einen entsprechenden Antrag für 2017 gestellt.