Erfurter Kulturrauminitiative stellte sich vor

Erfurt. Einen überzeugenden Auftritt legten mehrere junge Leute auf der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses hin: Vertreter der Kulturrauminitiative stellten sich und ihren Blick in die hiesige Kulturlandschaft vor.

Vertreter der Erfurter Kulturraumintiative trafen sich zum gemeinsamen Austausch im Rathaus. Foto: Birgit Kummer

Vertreter der Erfurter Kulturraumintiative trafen sich zum gemeinsamen Austausch im Rathaus. Foto: Birgit Kummer

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Die Initiative ist ein offenes, von Parteien unabhängiges Bündnis von Initiativen, Gruppen, Privatleuten, die sich mit Kultur in Erfurt befassen. Sie bilden ein Netzwerk, das unterstützt wird von Vereinen wie Wächterhaus, Kulturquartier, Saline 34, Plattform, Stadtplanungsladen, Franz Mehlhose oder Café Hilgenfeld.

„Wir haben uns vor eineinhalb Jahren erstmals zusammengefunden. Es wird Zeit, dass wir etwas lautstärker auf uns aufmerksam machen“, sagte Manuel Ermer vom Verein „Spirit of football“. Man vertrete mehrere hundert junge Kreative in Erfurt. Er legte auch gleich ein Bündel Forderungen auf den Tisch, bei denen die Stadt ins Boot gehöre. Vor allem müsse es mehr Flexibilität seitens der Verwaltung geben und weniger Bürokratie. Kultur solle endlich als Querschnittsthema aller Verwaltungsbereiche verstanden werden. Und das vom Stadtrat beschlossene Erfurter Kulturkonzept gehöre umgesetzt. Die Kulturinitiative plädiert für einen selbstverwalteten und städtisch finanzierten Aktionsfond, mit dem sich Kulturprojekte unkomplizierter fördern lassen. Wichtig sei auch, dass der Erfurter Kulturlotse über ein eigenes Budget verfügen könne. Die Erfurter Kulturförder-Richtlinie müsste überarbeitet werden.

Es sei wichtig, Räume für Kunst, Soziokultur und Kreativwirtschaft zu erschließen. Eine Liste geeigneter städtischer Immobilien wäre ebenso hilfreich wie die Ausweisung städtischer Flächen, auf denen temporäre Kulturprojekte stattfinden könnten, hieß es.

Förderung von der Bundeskulturstiftung

Man fordere nicht nur, man habe einiges vorzuweisen, führt er die zunehmende Vernetzung der Szene und eine Vielzahl bereits vollzogener oder geplanter künstlerischer Aktionen und Projekte an. Ermutigend für die Kulturrauminitiative sei, dass die Bundeskulturstiftung für drei Jahre 60.000 Euro Fördermittel gebe für das Erfurter Modellprojekt „Kulturtausch“, mit dem ein solidarisches Interessensnetzwerk aufgebaut und neue Formate der Kooperation ausprobiert werden sollen. „Akteure in der Kulturszene sollten nicht die Ellenbogen ausfahren, sondern zusammenarbeiten“, so das Credo der Erfurter Initiative.

Diskutiert wurde im Ausschuss über weitere Wächterhäuser, unsanierte Immobilien, die von jungen Leuten genutzt werden könnten. Aber auch über Möglichkeiten, über die Fraktionen im Sinn der Kulturrauminitiative Anträge in den Stadtrat einzubringen. Auch die Einbindung in das integrierte Stadtentwicklungskonzept war Thema. „Ihr seid ein Gewinn für Erfurt“, sagte Alexander Thumfart (Grüne). Bürgermeisterin Tamara Thierbach prophezeite: „Das wird kein kurzer Weg.“ Und Ausschusschef Wolfgang Beese (SPD) riet den jungen Leuten: „Ihr müsst uns hinreichend auf die Füße treten.“