Los Angeles. Sechs Jahre mussten die Fans auf Elsa und Anna warten, nun bringt Disney die Schwestern in „Die Eiskönigin 2“ zurück. Der Streifen läuft auch in Thüringer Kinos - zu unterschiedlichen Preisen.

Das Warten hat ein Ende: Eiskönigin Elsa stimmt am Donnerstag mit voller Girlpower einen potenziellen Ohrwurm an. Inbrünstig schmettert sie den Song „Into the Unknown“ in die düstere Nacht. Die Disney-Heldin, die mit ihren magischen Kräften alles in Schnee und Eis verwandeln kann, zieht es hinaus in das Unbekannte. Eine geheimnisvolle Stimme ruft - das klingt nach Abenteuer und nach einem Fortsetzungshit, sechs Jahre nach dem Kassenabräumer „Die Eiskönigin - völlig unverfroren“ mit dem Oscar-prämierten Song „Let it go“ (auf Deutsch: „Lass jetzt los“).

Das Broadway-erfahrene Team hinter dem weltberühmten Lied, die Songwriter Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez, sind bei „Die Eiskönigin 2“ wieder dabei, ebenso das Regie-Duo Jennifer Lee und Chris Buck, und natürlich die „Frozen“-Figuren: Eiskönigin Elsa, ihre Schwester Anna, Schneemann Olaf, Annas Freund Kristoff und dessen treues Rentier Sven. Ihr glückliches Zusammenleben im Königreich Arendelle währt nicht lange. Elsa will der Stimme in einen verwunschenen Nebelwald folgen, um das Geheimnis ihrer magischen Kräfte herauszufinden, die Freunde ziehen mit. „Ein bequemes ‘Happily ever after’ gibt es nicht, das Leben hält immer Überraschungen bereit. Elsa will mehr über sich erfahren“, erklärt Regisseurin Lee im Disney-Studio in Burbank.

Ausgefeilte Computer-Sequenzen

Also reichlich Stoff für eine epische Fortsetzung, mit einem geheimnisvollen Waldvolk, gewaltigen Steinriesen, wirbelnden Winden, Feuerelementen und finsteren Meerestiefen. „Die Eiskönigin 2“ ist gespickt mit nordischer Folklore und alten Mythen. Das Team um Lee und Buck reiste durch Norwegen, Finnland und Island. „Wir konnten die magischen Kräfte regelrecht fühlen“, begeistert sich Lee.

Mit ausgefeilten Computer-Sequenzen und viel Liebe zum Detail führt die Fortsetzung in eine spektakuläre Welt mit bunten Wäldern und düsteren Abgründen. Elsa muss riesige Wellenberge bezwingen und den mystischen Wassergeist Nokk zähmen. Sie ist immer noch die hübsche, blonde Eiskönigin, doch wenigstens packt sie die Abenteuer selbst an, statt auf einen rettenden Prinzen zu warten. Anna ist ihre mutige Mitstreiterin. Wie schon im „Frozen“-Originalfilm dreht sich alles um die schwesterliche Beziehung.

Disney setzt offensichtlich auf Frauenpower und Tiefgang, wenn Elsa mutig ihre Herkunft erforscht. Doch an anderer Stelle drehen die Macher mit lauten Songs und heiteren Einlagen ordentlich auf. Kristoff wird zum tollpatschigen Lover, der zig Heiratsanträge bei seiner angebeteten Anna verpatzt. Geradezu schmalzig dröhnt sein Liebeslied durch den Wald.

Hape Kerkeling leiht Schneemann Olaf seine Stimme

Der quirlige Schneemann Olaf treibt weiter seine Späße, doch mit den Jahren hält er sich für etwas weiser. Olaf, in der deutschen Fassung von dem Entertainer Hape Kerkeling gesprochen, denkt über große Lebensfragen nach und plappert munter drauf los. Kerkeling, der den Schneemann schon vor sechs Jahren vertonte, sieht kleine Veränderungen. „Er richtet den Blick ein bisschen mehr nach vorne und ist ein kleines bisschen erwachsener geworden, und er versucht sich rundum zu bilden und haut noch mehr Lebensweisheiten heraus, als er das ohnehin schon vorher getan hat“, erzählt der Komiker.

„Die Eiskönigin - völlig unverfroren“ gewann 2014 den Oscar als bester Animationsfilm. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von knapp 1,3 Milliarden Dollar war er lange der erfolgreichste Trickfilm aller Zeiten, erst in diesem Jahr wurde er von dem computeranimierten Remake „Der König der Löwen“ überrundet.

Kerkeling hält die Fortsetzung für noch gelungener. „Es hat auch damit zu tun, dass man die Figuren schon so ins Herz geschlossen hat und sich so auf die freut, und die Entwicklung, die sie im Film nehmen“, sagte der Komiker im dpa-Gespräch. „Man fiebert mit jeder einzelnen Figur mit. Und die Geschichte ist halt wirklich toll, wie erklärt wird, warum Elsa diese magischen Fähigkeiten hat. Das ist so genial, da muss man erstmal drauf kommen, ich darf es aber nicht verraten.“

  • Hape Kerkeling über Schneemann Olaf

Kinoticket in Gotha am günstigsten, in Jena am teuersten

Auch unter den Thüringern gibt es wahre Fans, die sich bereits Tickets für die unterschiedlichen Vorstellungen gesichert haben. Die Preise variieren jedoch erheblich: Zahlt man in Erfurt und Weimar für das eisige Vergnügen 13,50 Euro, sind es in Jena gar 13,80 Euro, in Gotha am Nachmittag allerdings nur 9 Euro (die Abendvorstellung kostet dann auch wieder 12 Euro). Ähnlich verhält es sich auch in Gera: Die Erwachsenen sind mit 9,40 Euro dabei, Kinder zahlen drei Euro weniger. Eisenach befindet sich mit 11 Euro im Mittelfeld.

Doch egal, in welcher Stadt das Eismärchen über die Leinwand flimmert - nach dem Kinobesuch wird in den Kinderzimmern wieder pausenlos geträllert und geträumt. Ganz sicher.