Prof. Dr. Kurt Maetzig schrieb Filmgeschichte

Weißensee kann nicht nur auf berühmte Söhne stolz sein. Aus Anlass seines 100. Geburtstages am 25. Januar sei an einen bemerkenswerten Enkel erinnert Prof. Dr. Kurt Maetzig.

Prof. Dr. Kurt Maetzig, der gewissermaßen ein Enkel der Stadt Weißensee ist,  hat als Regisseur zahlreiche noch heute bekannte Filme gedreht.  Foto: privat

Foto: zgt

Weißensee. Die Familie Maetzig war in Weißensee seit dem Jahr 1884 ansässig. Robert Maetzig, der Großvater von Kurt Maetzig, ließ sich hier als Uhrmacher nieder und war ein angesehener Handwerker. Sein Sohn Robert Max Maetzig, geboren 1892, ging nach Berlin und betrieb dort einen Verlag. Die beiden Töchter – Charlotte (gestorben 1978) und Erna (gestorben 1976) und Tanten von Kurt Maetzig blieben im Elternhaus in der Fischerstraße bis zu ihrem Tode wohnen. Kurt Maetzig war als Kind oft in Weißensee und besuchte auch nach dem Krieg hin und wieder seine Oma und seine Tanten.

Kurt Maetzig wurde am 25. Januar 1911 in Berlin geboren. Sein Vater besaß eine Filmkopieranstalt, wo der spätere Regisseur bereits die Grundlagen der Filmproduktion kennenlernte. Er studierte in München und an der Sorbonne in Paris. Schon früh prägte ihn das jüdisch-großbürgerliche Elternhaus seiner Mutter, die sich das Leben nahm, um sich dem Zugriff der Gestapo zu entziehen.

Im Jahre 1946 gehörte Kurt Maetzig zu den Gründern der DEFA und wird Schöpfer des "Augenzeugen", der ersten Deutschen Wochenschau nach dem Krieg. Kurt Maetzig ist Gründungsrektor der Deutschen Hochschule für Filmkunst, der späteren Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg. Seit 1950 ist Maetzig ordentliches Mitglied der Akademie der Künste der DDR, wird 1954 Direktor der neu gegründeten Hochschule für Filmkunst und ein Jahr später zum Professor für Filmregie berufen. Im Jahre 1974 wird er zum Vizepräsident des Internationalen Verbandes FICC ernannt, fünf Jahre später zum Ehrenpräsidenten auf Lebenszeit. Kurt Maetzig hat in vielen Verbänden der Filmkunst mitgewirkt und zahlreiche Anerkennung erhalten.

Sein Film "Ehe im Schatten" erhält als erfolgreichster Film des Jahres 1947 den ersten Bambi nach dem Krieg. Weitere bekannte Filme sind unter anderem "Die Buntkarierten" (1949), "Der Rat der Götter" (1950), "Roman einer jungen Ehe" (1952) sowie "Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse" und "Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse" (1953-1955). Es folgen "Schlösser und Katen" (1957), "Das Lied der Matrosen" (1958), "Der schweigende Stern" (1958) und noch viele andere. Im Film "Das Kaninchen bin ich" (1965) setzt sich Kurt Maetzig mit den Problemen der DDR-Entwicklung auseinander, der Streifen wird verboten und konnte erst 1990 aufgeführt werden.

Maetzig, viermal verheiratet, hat drei Kinder. Sein umfangreiches schriftliches Archiv befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.

Sein Wirken in der Filmkunst findet eine Würdigung in verschiedenen Sendungen, aber auch durch das Filmmuseum Potsdam. So strahlt MDR-Figaro zeitgleich mit rbb-kulturradio am 26. Januar eine Sendung aus. Der MDR hat zwei Sendungen vorbereitet: am 23. Januar (23.40 Uhr) den Film "Für ein besseres Deutschland – ein Porträt Kurt Maetzigs" und am 24. Januar (22.55 Uhr) ist noch einmal "Das Kaninchen bin ich" zu sehen.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.