Schauspieler Thorsten Merten: "Ich sehe mich nicht gern auf der Leinwand"

Mit dem Schauspieler Thorsten Merten sprach Britta Hinkel über den Spreewaldkrimi, Rollen, Ruhm und Regisseure.

Thorsten Merten im Spreewaldkrimi. Foto: ZDF

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Sie wurden in Ruhla geboren. Wäre es nicht wieder einmal an der Zeit für einen Thüringen-Film mit Ihnen?

Nur zu! Ich spekuliere ja auf eine Rolle im Tatort aus Thüringen. Zum Beispiel als armer Taxifahrer, der eines Mordes verdächtigt wird, oder besser noch als Rennsteigwanderer, der von einem Zapfen erschlagen wird.

War Schauspieler Ihr Traumberuf?

Nein. Ich hatte nie den Plan, Schauspieler zu werden. Ich habe 1982 als Volontär beim Vorgängerblatt Ihrer Zeitung in der Lokalredaktion Eisenach gearbeitet und wollte Journalist werden. Bei der Aufnahmeprüfung fürs Studium hab ich aber arglos ein Kabarettstück über die Zeitungslandschaft der DDR aufgeführt. Das war es dann mit der Journalistenlaufbahn...

Und wie sind Sie zur Schauspielerei gekommen?

Nach der Armeezeit hab ich in Berlin an der Ernst-Busch-Hochschule studiert. In dem Jahr wurde die Abteilung Kabarett aufgemacht mit drei Studenten. Einer ging in den Westen, zwei wurden "Diplom-Kabarettisten" – ich war einer davon. An der Ernst-Busch- Hochschule wurde ich in die Grundkenntnisse des Schauspielens und ins Theatermetier eingeführt. Ich spielte, inszenierte und versackte am Theater.

Ihr Film-Einstieg gelang mit "Halbe Treppe" von Andreas Dresen. Danach folgten viele Engagements. Wie lebt es sich als so bekannter Darsteller?

Ich hab sehr viel Glück gehabt. Das Theater habe ich geliebt, stehe bis heute regelmäßig auf der Bühne. Aber inzwischen kurve ich immer mehr zum Film. Mit Film lässt sich ganz gut Geld verdienen und mir scheint, es ist weniger anstrengend als das Theaterschauspieler-Dasein. Ich bin dafür echt dankbar, denn es gibt viele Schauspieler, die nicht wissen, woher sie die nächste Miete nehmen sollen. Ich bin zufrieden, wie es läuft, und wenn bei meinen Drehs zweimal im Jahr was fürs Herz dabei ist und ich nicht herumlügen musste. Aber so eine echte Rampensau bin ich bis heute nicht.

Was? Sie genießen Ihren Erfolg nicht?

Ich sehe mich nicht gern auf der Leinwand. Ich schaue mir manchmal neue Filme mit mir erst nach zwei Jahren an. Und Regisseure werden immer wahnsinnig, weil ich so gut wie nie zu Filmpremieren komme.

Im Spreewaldkrimi "Eine tödliche Legende", dem Fernsehfilm der Woche heute im ZDF, sind Sie wieder als Oberinspektor Fichte zu sehen. Mögen Sie den Spreewald?

Der Spreewald ist eine wunderbare Landschaft. Es gibt dort Flecken, da kommt nie ein Mensch hin. Da hängen knorrige Urwaldbäume über schmalen Flüsschen und lassen das Ganze wie einen verwunschenen Ort anmuten. Wenn in dieser Landschaft dieser unglaubliche Schädel von Christian Redl auftaucht, der den Kommissar Krüger spielt, dann stürzt sich wohl jeder Kameramann drauf. Das passt einfach genial zusammen.

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