Hilfe für Thüringer Kinos - Vielerorts Produktionen aus dem Freistaat

Gera.  Thüringen fördert die Kinobranche im Land: Vielerorts laufen deshalb Reihen mit Produktionen aus dem Freistaat. Diese Filme flimmern über die hiesigen Leinwände.

Die „Pettersson und Findus“-Filme mit Ulrich Noethen wurden zum Teil im Erfurter Studiopark Kindermedienzentrum gedreht.

Die „Pettersson und Findus“-Filme mit Ulrich Noethen wurden zum Teil im Erfurter Studiopark Kindermedienzentrum gedreht.

Foto: Wild Bunch

„Die geliebten Schwestern“, „Ballon“, „Pettersson und Findus“: Mit Filmen aus Thüringen unterstützt die Erfurter Staatskanzlei die hiesige Kinobranche. Sie fördert Kinovorstellungen, die Dokumentationen, Spiel-, Kurz- oder Kinderfilme aus dem Freistaat zeigen.

„Das ist eine wirklich gute Sache“, sagt Daniel Krischker, Betreiber von Schillerhof und Kino am Markt in Jena. „Im September sind alle Hilfsprogramme für uns ausgelaufen.“ Bislang haben 13 Thüringer Lichtspielhäuser die bis Dezember laufende Förderung in Anspruch genommen. Neben den beiden Jenaer Kinos unter anderem auch das Metropol in Gera, die Filmpaläste in Nordhausen und Mühlhausen, das Burgtheater in Bad Langensalza sowie die Cine­stars in Weimar.

Die Betreiber können dabei aus einer Liste mit 50 Produktionen wählen. Die Streifen wurden entweder hierzulande produziert, haben einen Thüringer Hintergrund oder entstanden unter Mitwirkung Thüringer Schauspieler oder Regisseuren. „Die geliebten Schwestern“ zum Beispiel wurde nicht nur teilweise im Freistaat gedreht. Der Film von Dominik Graf erzählt auch einen Thüringer Stoff: die Dreiecksbeziehung des Dichters Friedrich Schiller zu den Rudolstädter Schwestern Lengefeld. Michael Bully Herbigs „Ballon“ basiert auf der legendären Ballonflucht zweier Pößnecker Familien in den Westen. Zudem stammt Schauspielerin Karoline Schuch aus Jena.

Auch die Fantasy-Kinotrilogie „Rubinrot“, „Saphirblau“ und „Smaragdgrün“ nach den Romanen von Kerstin Gier entstand teilweise in Thüringen. Drehorte waren beispielsweise das Mühlhäuser Rathaus und die Wartburg. Und mit Maria Ehrich ist die Hauptdarstellerin eine gebürtige Erfurterin.

Laufend gehen neue Anträge ein

Einige Kinos zeigen die Filme in speziellen Themenreihen wie „Thüringer Filmtage“ (Bad Langensalza), „Filmland Thüringen“ (Gera) oder „Mehr als Bratwurst Kino aus Thüringen“ (Jena). „Bislang wurde eine Gesamtfördersumme von rund 370.000 Euro beschieden“, teilte die Staatskanzlei auf Anfrage mit, „wobei laufend neue Anträge eingehen.“

In Thüringen gibt es rund 40 Kinos und Kinoclubs. Die Situation der Branche ist ernst: Durch die bislang geltende 1,50-Meter-Abstandsregel konnten die Häuser maximal ein Drittel der Sitzplätze nutzen. Seit Kurzem dürfen sie zwar jeden zweiten Platz besetzen, allerdings gilt dann Mundschutzpflicht. Ob das Publikum das akzeptiert, muss noch erprobt werden.

Derzeit kaum Kulturangebote

Der Jenaer Betreiber Daniel Krischker kam bisher auf gerade mal 25 Prozent seiner sonstigen Einnahmen. „Das ist absolut nicht wirtschaftlich.“ Dennoch hält er seine zwei Kinos offen. Es gebe derzeit kaum Kulturangebote. „Und die Nachfrage ist groß“, erläutert Krischker.

„Ohne staatliche Hilfsprogramme könnten wir nicht überleben“, ergänzt Michael Friedrich. Krischkers Kollege von der Kinoleitung hofft zudem, dass die Filmverleiher, künftig wieder mehr Produktionen an den Start bringen, die größere Publikumsmassen anziehen.

Kinos, die Thüringer Filme zeigen

  • Bad Langensalza: Burgtheater, Vor dem Schlosse 5e, Telefonnummer: 03603/846206
  • Bad Salzungen: Pab-Kinocenter Bad Salzungen, Passage an den Beeten, Telefonnummer: 03695/628858
  • Gera: Metropol-Kino, Leipziger Straße 24, Telefonnummer: 0365/20448460
  • Ilmenau: Linden-Lichtspiele, Lindenstraße 20, Telefonnummer: 03677/899177
  • Jena: Kino am Markt, Markt 5, Telefonnummer: 03641/2361303 Kino im Schillerhof, Helmboldstraße 1, Telefonnumer: 03641/523653
  • Meiningen: Wettiner Straße 1b, Telefonnummer: 03693/506880
  • Mühlhausen: Filmpalast, Stätte 1b, Telefonnummer: 03601/401050
  • Nordhausen: Filmpalast Neue Zeit, Töpferstraße 1b, Telefonnummer: 03631/694900
  • Sonneberg: Kammer-Lichtspiele, Gustav-König-Straße 22, Telefonnummer: 03675/707373
  • Weimar: Cinestar im Atrium, Friedensstraße 1, Telefonnummer: 0174/3016363 Cinestar, Schützengasse 14, www.cinestar.de/kino-weimar Kommunales Kino Mon Ami, Goetheplatz 11, Telefonnummer: 03643/847745
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