Gurlitt-Sammlung: Keine Spur von Dix-Bildern

Berlin  Berlin. Eine Expertenkommission legt den Abschlussbericht über die Gurlitt-Sammlung vor. Von den vier verschleppten Werken vom Thüringer Maler Otto Dix fehlt weiter jede Spur.

Die wissenschaftliche Koordinatorin Andrea Baresel-Brand sieht sich Kopien einer Renaissance-Tafel an, die vermutlich von dem Künstler Bartholomäus Spranger stammen. Foto: Britta Pedersen/dpa

Die wissenschaftliche Koordinatorin Andrea Baresel-Brand sieht sich Kopien einer Renaissance-Tafel an, die vermutlich von dem Künstler Bartholomäus Spranger stammen. Foto: Britta Pedersen/dpa

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Von den vier Werken vom Thüringer Maler Otto Dix, die von den Nazis in Gera verschleppt wurden, fehlt auch nach Beendigung der Arbeit zur Untersuchung der Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt jede Spur. In München und in Salzburg waren 1500 Kunstwerke beschlagnahmt worden, von denen fünfhundert im Verdacht standen, Raubkunst der Nationalsozialisten zu sein.

Nach zwei Jahren Arbeit legten nun die Forscher ihren Abschlussbericht vor. Nur in fünf Fällen ließ sich dieser Tatbestand beweisen und bei sechs weiteren wurde die Herkunft zweifelsfrei geklärt. Ein Werk von Marc Chagall stellte sich als eine Fälschung heraus.

Da der Vater von Gurlitt ein wichtiger Kunsthändler für die Nazis war, lag zunächst der Verdacht nahe, dass die gefundene Sammlung hauptsächlich aus Werken bestand, die jüdischen Bürgern gestohlen wurden oder als sogenannte „Entartete Kunst“ aus den öffentlichen Museen entfernt wurden, so wie die Dix-Gemälde in Gera.

Hupach: Gelder reichen nicht aus

Auf der gestrigen Übergabe des Abschlussberichtes kündigte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) an, das weiterhin das Ziel bestehe, die Herkunft eines jeden Werkes zu ermitteln. Die Arbeit wird das Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg fortführen. Der Vertrag sei zunächst auf ein Jahr beschränkt.

Die bisher in Augsburg ansässige Kommission sieht die größten Schwierigkeiten ihrer Arbeit darin, dass kriegsbedingt über viele Kunstwerke die für die Herkunftsforschung notwendigen Dokumente fehlen. Auch wurde den Experten nicht in alle Privatarchive Einsicht gewährt. Zurückgegeben werden kann auch nicht, wenn sich mehrere Parteien für die rechtmäßigen Besitzer halten und das aber von niemandem zweifelsfrei nachgewiesen werden kann.

Die Bundestagsabgeordnete Sigrid Hupach (Linke) aus Leinefelde bezweifelt als Mitglied des Kulturausschusses, dass die bereitstehenden Gelder für die weitere Arbeit ausreichen. Immerhin haben die bisher ausgegebenen 1,8 Millionen Euro auch nur gereicht, um die Herkunft von elf Bildern zweifelsfrei zu klären.

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