Ilmenau: Konzerte des Südthüringischen Kammerorchesters

Der unermüdliche Gründer und "Vater" der Stiftung Südthüringisches Kammerorchester, Violinist Wolfgang Fuchs, brachte am Sonntagabend mit seiner zehnköpfigen Musikermannschaft ein segensreiches musikalisches Ereignis in die Sankt-Jakobuskirche.

Tolle Melodien und ebensolches Musizieren machten die Sommerserenade zum eindrucksvollen Höhepunkt.
Foto: Karl-Heinz Veit

Tolle Melodien und ebensolches Musizieren machten die Sommerserenade zum eindrucksvollen Höhepunkt. Foto: Karl-Heinz Veit

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Ilmenau. "Sommerserenade" genannt, entsprach diese Aufführung genau der Wortbedeutung dieses musikalischen Genres. Abgeleitet von "sereno", was übersetzt soviel wie "heiter" oder "unbewölkter Himmel" heißt, zeigten sich die Musiker und die fast 200 (!) Zuhörer ausgesprochen heiter. Sogar der Abendhimmel war gänzlich unbewölkt, so dass alle Umstände als wahre Glücksfälle zusammenwirkten.

Allein schon die Programmwahl ließ nichts anderes als ungetrübte Heiterkeit zu, denn die Musiker hatten ganz verlässlich auf Bekanntes, wie Mozarts "Eine kleine Nachtmusik", KV 525, und Barockes von Vivaldi, Bach, Händel und Boccherini gesetzt.

Mit dem "Concerto in La maggiore" von Antonio Vivaldi gab das Orchester mit ausschließlich jungen Musikern und dem einen, jung gebliebenen, älteren Herren als Vaterfigur besetzt, seine Visitenkarte ab. Nicht wieder zu erkennen war der neu geformte Gesamtklangkörper, der vor Jahren, damals noch in seiner Gründungsphase, schon einmal in Sankt Jakobus gastierte.

Wolfgang Fuchs und allen voran Konzertmeisterin Almut Seidel als treibendes Zugpferd ist mit der Zusammensetzung des Orchesters ein großer Wurf gelungen.

Mit ungebändigter musikantischer Freude, dabei diszipliniert und in jeder Sequenz ausdrucksstark, spielten sich die vier Damen und der große Rest Herren unangestrengt und sich ganz der Musik hingebend die Seele aus dem Leib.

Die mehrsätzigen Stücke gaben den Musikern alle Chancen auf der gesamten Klaviatur der Emotionen zu agieren. Frisch und temporeich, wunderbar phrasiert und mit swingender Dynamik polierten sie die mehrhundertjährige Musik so auf, dass sie dem gegenwärtigen Lebensgefühl entsprach.

Als einen wahren Hit erlebten dann zum guten Schluss die Zuhörer von Luici Boccherini "Die Nachtmusik der Straßen von Madrid". Für jene Zuhörer, welche diese wunderbare Programmmusik schon von Auftritten der hiesigen Capella juventa kannten, war die Version für die relativ kleine Streicherbesetzung besonders spannend. Kein Wunder, dass sich manch einer aus der Kirchenbank erhob, um genau zu schauen, wie Kontrabass und Cello zur Schlaggitarre umfunktioniert wurden und die Geige den Stundenschlag der Nachtglocke nachahmte.

"Nicht enden wollender Beifall" - man erinnere sich an jene Redewendung aus anderer Zeit - "zwang" zur Zugabe und danach zu einer Kaskade von Verbeugungen.

Und als ob die strahlenden Musiker nicht genug von ihrem eigenen Spiel bekommen hätten, machte der Cellist auf dem Weg zum Pfarrhaus Halt und strich unter freiem Himmel die allerletzten Töne.

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