Jugendliche aus sieben Ländern beim kulturellen Austausch

Aus Ungarn und Moldawien, aus Frankreich und Österreich, aus Georgien und Italien reisen in den Sommerferien Jugendliche zur europäischen Begegnung nach Erfurt.

Bei der internationalen Jugendbegegnung der Awo steht der persönliche Austausch im Vordergrund. Foto: Jens König

Bei der internationalen Jugendbegegnung der Awo steht der persönliche Austausch im Vordergrund. Foto: Jens König

Foto: zgt

Erfurt. Wer gerade mehrere tausend Kilometer Zugfahrt hinter sich gebracht hat, darf auch mal müde sein. Entsprechend still war es im Aufenthaltsraum des Filler-Hauses als 42 Jugendliche dort Mittagspause machten: Sie nehmen derzeit an zwei interkulturellen Ferienfahrten des Landesjugendwerkes der Thüringer Awo teil.

16 von ihnen reisten zwei Wochen lang mit dem Zug quer durch Europa. Ihre erste Station war Toulouse, von dort ging es über Österreich und Ungarn Richtung Erfurt. An ihrer Endstation angekommen, haben die Jugendlichen viele Pläne für die letzten zwei Tage ihrer Europaferien: "Heute steht erstmal ein selbst geschriebenes Theaterstück an", sagt Stefanie Kruse, die das Projekt als deutsche Betreuerin begleitet.

Die 26 Teilnehmer der anderen Gruppe verbringen ihre Ferien auf dem Rittergut Lützensömmern. Das Thema Straßenverkehr steht als Metapher über ihrem Aufenthalt: "Die Jugendlichen sollen hier lernen, mal über den Tellerrand ihrer eigenen Kultur zu blicken", erklärt der georgische Begleiter Gocha Kakulia.

Passend zum Thema mussten sie am Vormittag Erfurter Passanten zum aggressiven Fahrverhalten deutscher Autofahrer befragen. Am Nachmittag dann stand zur Belohnung ein Stadtbummel auf dem Programm.

Anne Loch, die aus Bettenhausen bei Meiningen anreiste, gefiel die gemeinsam verbrachte Zeit am besten: "Die schönsten Momente der Reise waren, wenn man an einem neuen Ort ankam und dort auf neue Leute traf." Mit ihren neu gewonnenen Freunden feierte sie auf der Zugfahrt auch ihren zwanzigsten Geburtstag.

Wie Anne lockte die meisten Teilnehmer nicht etwa die verbilligte Anreise: 70 Prozent der Reisekosten trägt das europäischer Programm "Jugend in Aktion". Die meisten kamen, um neue Freunde überall in Europa zu gewinnen. Meghane Augier aus Frankreich bestätigt das: "Ich wollte andere Kulturen kennenlernen, klar. Aber mit so vielen netten Deutschen, Ungarn oder Italienern hätte ich nicht gerechnet."

Seit sieben Jahren organisiert die Awo diese Ferienfreizeit. In den nächsten Sommerferien, so hofft man, geht es erneut quer durch den Kontinent.

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