Martin Volkmar Schultheß prägte wichtige Zeit in Arnstadt

Martin Volkmar Schultheß lebte in einer Zeit, in der Arnstadt eine aufstrebende Kulturstadt wurde, vor allem durch Anton Günther II. und Auguste Dorothea, in der ein junger Johann Sebastian Bach seine erste Arbeitsstelle als Organist einnahm. Diese Zeit wurde durch Schultheß in Arnstadt mitgeprägt.

Ein Bild von Martin Volkmar Schultheß ist im Schlossmuseum Arnstadt zu sehen. Foto: Hans-Peter Stadermann

Ein Bild von Martin Volkmar Schultheß ist im Schlossmuseum Arnstadt zu sehen. Foto: Hans-Peter Stadermann

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Arnstadt. Geboren wurde der Arnstädter Hof-, Justiz- und Konsistorialrat, Kanzler und Jurist Martin Volkmar Schultheß am 12. Januar 1629 in Beringen. Mit 18 Jahren schrieb er sich zum Studium der Rechtswissenschaften in Erfurt ein. Einige Jahre später studierte Schultheß in Wittenberg. Während dieser Zeit begann er, für das Haus Stolberg zu arbeiten. Der Jurist war 1665 als Hohenlohescher Rat in Ohrdruf, wo er 1671 zum Kanzler in Ohrdruf ernannt wurde.

1676 war Schultheß gleichzeitig Hof-, Justiz- und Konsistorialrat in Arnstadt. Der vielseitige Jurist wirkte von 1695 bis 1705 in Arnstadt als Kanzler und Konsistorialpräsident, war aber gleichzeitig Obersteuereinnehmer der Stadt Gotha.

In seine Tätigkeit in Arnstadt fiel die Teilung des Herrschaftsbereiches in Schwarzburg-Arnstadt und Schwarzburg-Sondershausen, 1683 die Einweihung der Neuen Kirche und 1684 der Bezug des Schlosses durch Anton Günther II. und Auguste Dorothea als Residenz in Arnstadt. Ein besonderes Ereignis war am 1. März 1700 die Einführung des Gregorianischen Kalenders.

Wohl einmalig war bei Kanzler Schultheß die Vielzahl von Hochzeiten. Seine Ehe ging er am 15. November 1660 in Arnstadt mit Clara Theodora Heden, Tochter des Kanzlers Hieronymus Heden, ein, die 1676 in Gotha verstarb. Am 9. November 1680 heiratete Schultheß in Arnstadt Magdalene Sibylle Pfretzschner. Nach fünf Jahren Ehe starb auch sie. Seine dritte Ehe schloss er mit Sophie Elisabeth Tentzel am 23. August 1686. Auch diese Ehe war nur von kurzer Dauer – Elisabeth verstarb 1690. Bereits am 4. Januar 1691 heiratete der Kanzler Susanne Catharina Ziegler, die 1698 starb. Die fünfte Eheschließung vollzog er am 2. November 1701 mit Maria Rebecca Regler. Diese überlebte den Kanzler deutlich und starb als Witwe 1737. Der fünfmal verheiratete, vielseitige Jurist und Kanzler starb selbst am 19. Mai 1705 in Arnstadt.

Schultheß ist auch heute noch in der Stadtgeschichte aktuell. Das Schlossmuseum besitzt ein Porträt dieses Arnstädter Juristen und Kanzlers. Im Epitaph für Hieronymus Heden in der Oberkirche erinnert eine Textstelle an seine erste Frau Clara Theodora. Im nördlichen Anbau der Bachkirche befindet sich eine grau-schwarze Schiefertafel, der Grabstein für Catharina Margarethe Schultheß. Diese war eine Tochter (Zwillingstochter) von Clara Theodora und Martin Volkmar Schultheß, wurde in Gotha am 9. Juli 1676 geboren und starb am 3. August 1677 in Arnstadt.

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