Mit Herz und Seele in der Kulturfabrik

Langewiesen  Neue Ausstellung zeigt Bilder der Niederländerin Maria Helena van der Steen

Elke Schulz, die umtriebige, gute Seele der Kulturfabrik sucht für die Jahreszeiten- Bilder der Regelschüler aus Geraberg noch einen passenden Platz zum Hängen.

Elke Schulz, die umtriebige, gute Seele der Kulturfabrik sucht für die Jahreszeiten- Bilder der Regelschüler aus Geraberg noch einen passenden Platz zum Hängen.

Foto: Karl-Heinz Veit

In der Kulturfabrik Langewiesen der „Helmut- Arenz-Kulturstiftung“ läuft der Betrieb auf Hochtouren. Frischen Wind brachte Elke Schulz ins Geschehen. Sie ist seit Beginn 2007 Kuratoriumsmitglied der Stiftung und nun bereits ein Dreivierteljahr mit ihrer Kollegin Anna Czekalla verantwortlich für all das, was in der Fabrik „vom Band läuft“, ins Laufen gebracht wird, oder als Zukunftsprojekt angedacht ist.

„Das knappste Gut, das wir haben, ist die Zeit. Dieses begrenzte Volumen müssen wir in Übereinstimmung bringen mit dem, was zu tun ist, um den komplexen Kulturbetrieb im und am Laufen zu halten, neue Ideen und Projekte zu entwickeln, ehrgeizige Projekte umzusetzen und Veranstaltungen zu organisieren“, erzählt sie.

Dabei strahlt sie lächelnd so viel muntere Freude aus, dass sich der Gedanke, wie die beiden Frauen das alles in ihrer Arbeitswoche schaffen können, sogleich verflüchtigt. Bekannt als „Märchenfee von Langewiesen“ kann Elke Schulz nicht zaubern. Hört man ihr zu, was sie und ihre Mitstreiterin in der Kulturfabrik an Ideen hervorbringen und auch mit rein körperlicher Arbeit leisten, tippt man auf Kräfte bei ihnen, die der Zauberei zumindest nicht fern sind. In ihr Tätigkeitsfeld gehört auch das Betreiben des Cafés mit selbst gebackenem Kuchen und neuerdings auch mit süßen und herzhaften Crêpes.

Mit Organisation und Humor aufgebaut

„Selbstorganisation, gute Zeitplanung, Teamarbeit, sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, den Humor bewahren und auf einen Chef wie Herrn Arenz bauen können – und schon läuft der Laden, besser gesagt, unser Kulturbetrieb mit seinen unterschiedlichen Abteilungen,“ sagt Schulz

Wenn sie ins Erzählen und Aufzählen all dessen kommt, was sie die letzten Monate in bewegte und am Laufen hält, ist sie nur schwer zu stoppen. „Wenn dieser Artikel, heute, am Mittwoch, erscheint, da hängt die neueste Ausstellung mit Bildern der holländischen Künstlerin Maria Helena van der Steen. Um 16 Uhr beginnt die Ausstellungseröffnung, zu der ich Kunsterziehungslehrer aus den Schulen ringsum eingeladen habe.“

Als Lehrerin, die ihren Beruf nach der politischen Wende wegen Schülermangel und Lehrerüberhang aufgeben musste, ist Elke Schulz im Herzen mit der Schule, aber noch viel mehr mit den Kindern eng verbunden geblieben. Ihre Mittwoch-Kreativwerkstatt im Haus, die regen Zuspruch auch von Kindern des Langewiesener Jugendclubs findet, Ausstellungen von künstlerischen Schülerarbeiten und eine gezielte Talentförderung, auch beim Backen und Kochen, sprechen für sich.

Elke Schulz weiß aus langjähriger Erfahrung:Das Konsumieren von Kunst und Kultur sollte immer auch einhergehen mit dem eigenen künstlerischen und Kulturschaffen. In früher Kindheit sollte dies einsetzen und von einer stetigen Förderung und Ermutigung der Kinder begleitet werden.

Was ihr sehr am Herzen liegt, ist die Kontaktpflege zu den Porzellinern, die einst das begehrte „Schlegelmilch-Porzellan“ produzierten. „Nächsten Donnerstag machen wir eine Bustour nach Lippelsdorf in die Porzellanmanufaktur Wagner & Apel. Ich weiß, dass dies für die leider immer weniger werdenden Schlegelmilch-Porzelliner eine sehr anrührende Begegnung sein wird mit dem Milieu, den alten Maschinen und Gerätschaften und den Produkten, wie sie vor vielen Jahrzehnten in den Porzellanfabriken Gang und Gäbe waren.“

Zur Betriebsgeschichte zu forschen, ist zum Teil Hobby- Arbeit von Elke Schulze. Nach einem Tipp von Stadtarchivarin Martina Arnold wurde sie im Meininger Wirtschaftsarchiv fündig. Nur stückweise und zeitweilig kann sie alte Schlegelmilch-Akten lesen. Eine kleine Betriebsgeschichte hätte sie gerne geschrieben. Wenn sie doch nur ein bisschen mehr Zeit dafür herbeizaubern könnte. So wie in den Märchen, die ab 1. Advent dann wieder von der „Märchenfee Elke“ erzählt werden.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.