Neustart für gescheitertes Kulturjournal aus Thüringen?

Weimar  Weimar. Es wurde engagiert gemacht, war aber erfolglos: Nun wollen der Eckhaus-Verlag und mehrere Autoren das Magazin neu beleben

Satiriker Ulf Annel soll neben Dichterin Nancy Hünger zu den Autoren gehören, die für das Kulturjournal bereitstehen. Foto: Sascha Fromm

Satiriker Ulf Annel soll neben Dichterin Nancy Hünger zu den Autoren gehören, die für das Kulturjournal bereitstehen. Foto: Sascha Fromm

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Auf einen dritten Frühling hoffen darf ein Magazin, das 1992 auf den Markt kam: Als „Weimar Kultur Journal“ gab es die Stadtkulturdirektion heraus, bis 2003. Ein Jahr später folgte ein Neustart: Fürs „Kulturjournal Mittelthüringen“ traten Weimar, Jena, Erfurt und Weimarer Land fortan als Herausgebergemeinschaft auf. Nach neun Jahrgängen war Schluss; Erfurt und das Weimarer Land wollten das chronisch unterfinanzierte Projekt nicht länger mittragen.

Ein drittes Zeitalter soll im nächsten Jahr anbrechen: für „Das neue Thüringer Kulturjournal“. Daran arbeitet Jana Rogges Eckhaus-Verlag, 2013 in Weimar gegründet. Man plant, dem Konzept zufolge, „ein modernes Magazin“. Es soll allen kulturellen und künstlerischen Aktivitäten Platz verschaffen, „um Thüringen als ein Kulturland im Ganzen darzustellen“.

Das war nicht die Idee der Verlegerin. Auf sie kamen vielmehr frühere Autoren des Magazins zu, die sich nicht damit abfanden, dass es eingestellt wurde. Jana Rogge hat das Projekt daraufhin kalkuliert, ihr Verlag begab sich auf Sponsorensuche.

Ohne Sponsoren kann das Heft nicht leben

Ein Jahresbedarf von bis zu 130 000 Euro war ermittelt worden. Sponsoren müssten im ersten Jahr 90 000 Euro dazu beitragen, ab dem dritten noch 75 000.

„Natürlich haben wir Angst vor Schwierigkeiten wie früher“, bestätigte Rogge. Allerdings hat sie zwei Hauptprobleme der Vergangenheit ausgemacht, die sie beseitigen will: Das Journal trug sich wirtschaftlich nie und „es stand auf zu wenigen Füßen“. So schrieb der Verlag bereits sämtliche Thüringer Kreis- und kreisfreien Städte deswegen an. „Wir versuchen aber, es ohne die Kommunen zu organisieren.“

Als feste Autoren sagten bislang ehemalige Redakteure des Journals zu, zudem der Satiriker Ulf Annel (Erfurt) und die Weimarer Dichterin Nancy Hünger.

Das „Kulturjournal Mittelthüringen“ war durch die Hände dreier Verlage gegangen. Nach der Insolvenz von „Weimardruck“ übernahmen Bussert & Stadeler in Jena, dann übergaben die Herausgeber an die Weimarer Verlagsgesellschaft, die 2013 pleite war. Seitdem liegen die Rechte beim Fourier-Verlag in Wiesbaden, der sie laut Rogge aber gerne abgeben will.

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