Nordhäuser Stadtarchiv sorgt für Notfall vor

Viele Schätze lagern in deutschen Archiven und Bibliotheken. Um diese bedeutenden Bestände zu sichern werden Modellprojekte gefördert. Nordhausen ist dabei.

Notfälle sind selten, aber einige sind noch in Erinnerung. Hier das Hochwasser in der Nordhäuser Töpferstraße am 17.05.1910 Foto: Stadtarchiv

Notfälle sind selten, aber einige sind noch in Erinnerung. Hier das Hochwasser in der Nordhäuser Töpferstraße am 17.05.1910 Foto: Stadtarchiv

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Nordhausen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann und die Kulturstiftung der Länder fördern in diesem Jahr mit rund 400 000 Euro insgesamt 37 Modellprojekte zur Sicherung deutscher Archive und Bibliotheken. "Erstmals nimmt auch das Nordhäuser Stadtarchiv mit seinem Projekt ’Reichsstadterbe – Verbund für professionell organisierte Heimkehr und zeitgemäße Bestandserhaltung’ an dieser Fördermaßnahme teil." Das hat jetzt Nordhausens Archivleiter Wolfram Theilemann unserer Zeitung mitgeteilt.

Leipziger Firma prüft Zustand alter Drucke

Das Nordhäuser Stadtarchiv erhält in diesem Jahr bis zu 8000 Euro, die gemäß eines schon im Frühjahr vorgelegten Konzeptes in wirkungsvoller Weise Eigenanteile aus Haushaltsmitteln der Stadt und weitere Drittmittel ergänzen, erklärte Theilemann.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Förderung der "Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts" (KEK) stehen Modellprojekte zur Bildung regionaler Notfallvorsorgestrukturen.

Neben Restaurierungsprojekten wertvoller Bestände und Sammlungen werden besonders Kooperationen, die spartenübergreifend sind, unterstützt. Ziel des bis Ende des Jahres zu realisierenden Projektes sei zunächst die professionelle Vorbereitung des Umzugs der Himmelgarten- und der Historischen Bibliothek in die derzeit noch im Bau befindliche Kulturbibliothek in Nordhausen.

Dafür hat unter anderem eine Fachfirma aus Leipzig den aktuellen Erhaltungszustand aller historischen Drucke und Manuskripte der Himmelgarten- und der im Stadtarchiv aufbewahrten Historischen Bibliothek der Stadt begutachtet. Das Ergebnis der Untersuchung wird am 12. Dezember in einer öffentlichen Präsentation in der Nordhäuser Kreissparkasse vorgestellt werden. Los geht diese um 18.30 Uhr.

Weiterhin fördert die Koordinierungsstelle KEK die Beschaffung von Schutzverpackungen zur Langzeitarchivierung der fast 3000 Nordhäuser Urkunden und wertvollsten Drucke sowie zum anderen von bislang fehlenden Notfallvorsorgematerialien für das Archiv.

Schon mit der Teilnahme am bundesweiten "Tag der Archive" in diesem Jahr habe das Stadtarchiv im März auf die wachsende Bedeutung von Bestandserhaltung und den aktuellen Handlungsbedarf bei Konservierung und Schutzverpackung hingewiesen, ergänzte der Stadtarchivar.

"Zudem werden wir zwei Fortbildungsmaßnahmen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Nordhäuser Archive, Bibliotheken und Museen im November und Dezember organisieren", betonte Theilemann.

Auch die Gründung eines "Notfallverbunds" durch die kulturgutbewahrenden Institutionen in Stadt und Landkreis soll angestrebt werden, sagte Theilemann abschließend.

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