Puppenspiel für 10 Kinder und 30 Erwachsene

Karl-Heinz Veit
| Lesedauer: 2 Minuten
Puppenspielerin Anke Scholz machte mit ihrer Kunstfertigkeit das Märchen vom Fischer und seiner Frau zum fesselnden Erlebnis für Groß und Klein. Foto: Karl-Heinz Veit

Puppenspielerin Anke Scholz machte mit ihrer Kunstfertigkeit das Märchen vom Fischer und seiner Frau zum fesselnden Erlebnis für Groß und Klein. Foto: Karl-Heinz Veit

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Böhlen (Ilmkreis). Anke Scholz rief zur Thüringischen Sommerakademie Lebensweisheiten in Erinnerung und amüsierte mit dem Fischer und seiner Frau.

Das war richtig gutes Theater, welches knapp 10 Kinder und dreimal soviel Erwachsene in der Thüringischen Sommerakademie-Fabrik mit der Puppenspielerin Anke Scholz erlebten.

Akademieleiter Christoph Goelitz hatte das kulturelle Intermezzo aufgenommen, wohl wissend, dass auch die Erwachsenen vom gegenwärtig laufenden Akademiemalkurs und die Eltern der jüngsten Zuschauer beim Märchen vom "Fischer und seiner Frau" großes Vergnügen finden werden.

Das Märchen mit seinem fast philosophisch zu nennenden Inhalt und unaufdringlichen Moralbildungspotenzial war vermutlich nur den Allerjüngsten nicht bekannt. Die Neugier des Publikums auf das Bühnenstück zielte daher mehr auf die Regieeinfälle, die Dramaturgie und den Einsatz der Puppen und Requisiten. Von allem hatte Anke Scholz reichlich zu bieten, ohne jedoch das von seiner schlichten Fabel lebende Stück zu überfrachten. Der eindimensionale Handlungsstrang wurde von ihr konsequent durchgespielt. Im sich entwickelnden und dem Höhepunkt zustrebenden Spiel waren es die Details, die dem Stück die Würze und dem Publikum ebenso viele Anregungen zum Nachdenken, Wundern und Lachen gaben.

Es waren solch unausgesprochene Lebensweisheiten, wie "Übermut kommt vor dem Fall!", "Gier frisst Hirn!" und "Die Liebe überwindet alle Hindernisse!", welche den Zuschauern in den Sinn kamen und den Kindern Denk- und Handlungsmuster vermittelten.

Anke Scholz fügte die im Märchen genannten Komponenten "Mensch, Tier und Natur" in ihrem unlösbaren Verhältnis zusammen und fühlte sich ganz wunderbar in die Psyche der beiden Hauptgestalten ein. Wenn sie selbst aus dem Stück heraustrat und die Position der Draufsicht einnahm, hatten die Erwachsenen ihren Spaß. Die Befolgung des "Bauplanes", um aus dem "Pisspott" die "Villa Meeresgold", dann ein Königsschloss, nachfolgend ein Kaisergemach und zu guter Letzt den vatikanischen Papstsitz zu zaubern, dabei das alte FDJ-Lied "Bau auf, bau auf..." zu summen, um nach dem grandiosen "Zusammenbruch" das "Oh, du lieber Augustin" hören zu lassen, war höchst ergötzlich.