Renommierter Nordhäuser Grafikpreis vergeben

Nordhausen  Alte Liebe rostet nicht, heißt es oft so schön. Wer Wolfgang Asche und Susanne Hinsching am Samstag bei der Arbeit zusieht, mag dieses Sprüchlein sofort glauben. In seiner zehnten Auflage wird der Grafikpreis der Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung vergeben.

Tina Wohlfarth und Franca Bartholomäi (von links).

Tina Wohlfarth und Franca Bartholomäi (von links).

Foto: Peter Cott

Und doch wirken der Sparkassendirektor und die Leiterin der städtischen Museen bei der Vergabe so verliebt in die Auszeichnung wie am ersten Tag.

Was zu Beginn als Preis für mitteldeutsche Künstler gedacht war, habe sich bundesweit einen Ruf erarbeitet, schwärmt Hinsching über das gewachsene Bewerberfeld – topographisch wie vom Renommee. „Dass erstmals auch arrivierte Künstler Werke hier eingereicht haben, spricht für sich“, befindet Susanne Hinsching über das 118-köpfige Bewerberfeld dieser „so breit gefächerten Schau“.

Da sei es schwer gewesen, die besten Werke auszuwählen, erinnert sich Wolfgang Asche. Als Stiftungsbeirat ist er Teil der Jury und mit breitem Lächeln berichtet er von dem „riesigen Spaß“ , den er dennoch jedes Mal verspüre, während Matthias Weickert vom Loh-Orchester kurz darauf mit einem von der Ausstellung inspirierten Cello-Stück auch musikalisch Lust macht auf die Welt der Grafik.

Eine Welt, in der in diesem Jahr vor allem Franca Bartholomäi zu beeindrucken weiß: Die 1975 geborene Künstlerin aus Halle ist es schließlich, die den begehrten und mit 1500 dotierten Grafikpreis im Kunsthaus Meyenburg entgegennehmen darf. Mit ihren „faszinierend einzigartigen Holzschnitten“ habe sie die Jury überzeugt, erklärt Susanne Hinsching in ihrer Laudatio die Auswahl. Die filigranen Holzschnitte mit Anleihen aus Mythologie und Märchenwelt seien untypisch für diese Kunstform, wie sie derzeit umgesetzt wird. „Diese Arbeiten sind wie ein Bild zu einem noch ungeschriebenen Text“, versucht die Kunsthausleiterin das Werk der gebürtigen Hohenmölsenerin zu charakterisieren.

Mit einer ganz anderen Technik, dem Mezzotinto-Tiefdruckverfahren, begeistert wiederum Tina Wohlfarth aus Dresden. Mit ihren „faszinierenden Arbeiten, die ihre einzigartige Wirkung oft erst auf den zweiten Blick offenbaren“, wie es Wolfgang Asche ausdrückt, ergattert sich Wohlfarth den mit 1000 Euro ausgeschriebenen Förderpreis der Kreissparkasse. Offensichtlich haben auch die Besucher des Kunsthauses zweimal hingeschaut: Denn die gebürtige Saalfelderin darf sich zudem über den erstmals durch den Förderverein des Kunsthauses verliehenen Publikumspreis freuen. „Das Ergebnis der angewendeten Technik ist verblüffend und zieht den Betrachter geradezu magisch an. Fast ist man geneigt, die beiden Darstellungen der ‚Ophelia‘ zu berühren, lobt der Fördervereinsvorsitzende Wolfgang Pientka Tina Wohlfarth, der da bereits leichte Tränen in den Augen stehen.

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