Weimarer Spiegelzelt fällt in diesem Jahr wegen Corona aus

Weimar.  Der Veranstalter hat das Köstritzer Spiegelzelt 2020 in Weimar wegen der Corona-Krise abgesagt – und bittet, das Ticketgeld nicht zurückzufordern.

Das wird es in diesem Frühjahr nicht geben: Das Köstritzer Spiegelzelt auf dem Weimarer Beethovenplatz wird jetzt vom Veranstalter Martin Kranz abgesagt.

Das wird es in diesem Frühjahr nicht geben: Das Köstritzer Spiegelzelt auf dem Weimarer Beethovenplatz wird jetzt vom Veranstalter Martin Kranz abgesagt.

Foto: Stefan Kranz

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Gründonnerstag sollte der Zeltaufbau auf dem Weimarer Beethovenplatz beginnen, Anfang Mai sollte Premiere sein: sieben Wochen Musik, Kabarett, Unterhaltung. So war es von langer Hand geplant, und so ist es seit mittlerweile 16 Jahren üblich in Weimar. Doch jetzt ist klar: Das Köstritzer Spiegelzelt 2020 entfällt.

Die Absage aller Veranstaltungen sei unausweichlich, weil diese „in den prognostizierten Krisenzeitraum Mai/Juni fallen werden“, betont Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine. Er hat Kranz „dringend empfohlen, vorbereitende Arbeiten zu stoppen und das Fest in diesem Jahr nicht durchzuführen“. Verschieben geht nicht, weil beim Spiegelzelt so gut wie jeden Abend ein anderer Künstler auf der Bühne steht und im September und Oktober die Nächte zu kühl wären für die Auftritte im Zelt.

Der Weimarer Martin Kranz betreibt das Festival privat. Deshalb bleibt er voraussichtlich auf hohen Kosten sitzen. Denn: Der Rettungsschirm ist nicht gedacht für Unternehmen wie seins, von dem es in Thüringen kein zweites dieser Art gibt. Über das Jahr braucht Kranz wenige Mitarbeiter; während der Festival-Hochsaison gibt er dagegen etwa 40 Personen befristet gute Jobs. Die Kosten für die Saison 2020 sind längst aufgelaufen: Werbung mit Programmheft-Verteilung deutschlandweit und die Plakatkampagne gibt es seit Ende vergangenen Jahres.

Kranz erklärt: „Die Deckung eines solch umfangreichen Festivals über sieben Wochen bestreiten wir über den Verkauf der Eintrittskarten. Der Totalausfall ist für uns absolut existenzbedrohend.“ Der Veranstalter hofft deshalb auf Unterstützung durch sein Stammpublikum – genauer gesagt darauf, dass möglichst wenige Menschen das Geld für Tickets zurückfordern. Gerade wer die Karten etwa zu Weihnachten geschenkt bekommen habe, könne dies vielleicht verschmerzen, so hofft er – und verspricht: „Wenn unsere Gäste helfen, das Überleben des Köstritzer Spiegelzeltes zu sichern, möchten wir uns bei ihnen mit einem großen Sonderkonzert auf dem Beethovenplatz bedanken, sobald wieder Normalität in unser Leben eingekehrt ist.“

Oberbürgermeister Kleine sagt: „Wir bedauern die Absage des Köstritzer Spiegelzeltes von Herzen und hoffen auf die Solidarität des Publikums. Dieses Festival darf nicht sterben.“ Auch Kleine spricht sich für das Dankeschönkonzert aus.

Wer jedoch seinen Ticketkauf rückabwickeln will, findet ein Formular ab sofort auf der Festivalhomepage www.koestritzer-spiegelzelt.de. Die Rückgabe könne aus technischen Gründen erst ab dem 1. Mai beginnen, so Kranz.

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