„Überlebenshilfe“ fürs Homeoffice zu zweit

Erfurt.  Die Corona-Krise führt zu einer Flut neuer Bücher – das Spektrum reicht von gewichtigen Denkanstößen bis zur witzigen Überlebenshilfe.

Wer mit seinem Partner im Homeoffice arbeitet, sollte sich an gewisse Regeln halten. Welche das sind, steht in Maren Zieglers Buch „ Ich liebe dich, aber hör auf, mich anzustarren! Paare allein zuhause“ (Symbolbild).

Wer mit seinem Partner im Homeoffice arbeitet, sollte sich an gewisse Regeln halten. Welche das sind, steht in Maren Zieglers Buch „ Ich liebe dich, aber hör auf, mich anzustarren! Paare allein zuhause“ (Symbolbild).

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

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In Krisenzeiten wird viel gelesen. Man will wissen, was los ist, sucht nach Antworten und Reibungsflächen. Entsprechend groß ist das Spektrum an Corona-Büchern. Es reicht von der Wissensvermittlung über Virus und Krankheitsverläufe bis hin zu Ratgebern für das Überleben im Homeoffice zu zweit. Wohl wegen Aktualität und Ladenschließungen erschienen einige der hier vorgestellten Bücher zunächst als E-Book.

Coronavirus – Alles, was Sie wissen müssen (Henrdrik Streek)

Besonders schnell reagiert haben die Verlage Gräfe und Unzer und Piper. Ersterer lässt in der „Coronavirus“ mit Hendrik Streeck einen der führenden deutschen Virologen wichtigen Fragen zu SARS-CoV-2 beantworten. Außerdem gibt es Tipps, wie man sein Immunsystems schützen und stärken kann. („Coronavirus“, GU-Verlag, 48 Seiten, 5,99 Euro).

33 Fragen – 33 Antworten (Stefan Schweiger)

In „33 Fragen – 33 Antworten“ (Piper) behandelt Gesundheitsjournalist Stefan Schweiger neben Grundlagen zu Corona auch Fragen nach den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Folgen der Krise. (Coronavirus, 128 Seiten, Piper, 10 Euro).

Corona und wir. Denkanstöße für eine veränderte Welt (Texte von Augstein u.a.)

Mit Corona wird nichts mehr so sein wie es war. Davon geht die Textsammlung „Corona und wir. Denkanstöße für eine veränderte Welt“ aus, die der Penguin-Verlag zusammengestellt hat. Über 30 mehr oder weniger bekannte Autoren und Denker von Jakob Augstein über Thea Dorn bis zu Matthias Horx entwickeln darin Vorstellungen und Visionen zum Leben während und nach der Krise.

Da tauschen sich etwa die Publizisten Nikolaus Blome und Jakob Augstein darüber aus, ob die drastischen Maßnahmen gegen das Virus gerechtfertigt waren. „Wir haben uns dazu entschlossen, zugunsten einer Minderheit der Mehrheit sehr schwere Lasten aufzubürden. Das ist eine ehrenhafte ethische Entscheidung“, sagt Augstein. Ex-Bild-Chef Blome glaubt, dass Corona zu einer Rückbesinnung auf konservative Werte wie die Familie führt. Für einen Evolutionsbeschleuniger hält Zukunftsforscher Horx die Corona-Krise.

„Vielleicht war der Virus nur ein Sendbote aus der Zukunft. Seine drastische Botschaft lautet: Die menschliche Zivilisation ist zu dicht, zu schnell, zu überhitzt geworden“, schreibt Horx. (Corona und wir. Denkanstöße für eine veränderte Welt – Texte von Augstein u. a., E-Book E-Pub, Penguin-Verlag, 9,99 Euro)

Corona-Krise. Was Führungskräfte jetzt tun müssen (Gerhard Gietl u.a.)

An Unternehmer und Chefs wendet sich der Hanser-Verlag mit „Corona-Krise. Was Führungskräfte jetzt tun müssen“. Wie umgehen mit der alle betreffenden Extremsituation, wie wichtig ist dabei eine gute Kommunikation und was ist beim Arbeiten im Homeoffice zu beachten? So mache etwa die Einführung von Heimarbeitsplätzen eine Kultur des Vertrauens unabdingbar.

Wichtig sind neue Kommunikationsspielregeln zwischen Chefs und Mitarbeitern, um die höheren Hürden für den Austausch untereinander zu überspringen. (Gerhard Gietl u. a., Corona-Krise – Was Führungskräfte jetzt tun müssen, 160 Seiten, Hanser, E-Book, 9,99 Euro).

Ich mag Corona nicht! (Karin Waldl)

An Familien und Kinder wendet sich die Österreicherin Karin Waldl mit ihrer fiktiven Geschichte „Ich mag Corona nicht!“ über einen Jungen und seine Fragen an die Erwachsenen. Der zwölfjährige Maximilian darf Freunde nicht mehr sehen und muss Schulaufgaben von zu Hause aus erledigen. Die Sorge um die Großeltern in Italien wächst. Und dann stirbt auch noch sein Ersatz-Opa Pepe an Covid-19, zur Beerdigung kann er nicht gehen. „Scheiß Corona, brüllte er und warf den Kaktus, der in seinem Zimmer, stand gegen die Wand.“

Karin Waldl macht mit ihrem Buch in der Corona-Krise jungen Lesern Mut, in dem sie ihre Fragen anspricht. Wie kann geholfen werden, was ist gegen die Einsamkeit zu tun? Die 38-jährige Autorin ist selbst Mutter dreier Kinder, Lehrerin für Religion und Mathematik und engagierte Kirchenmitarbeiterin. (Karin Waldl: Ich mag Corona nicht!, ab 8 Jahren, 90 Seiten, Verlag Papierfresserchen, als E-Book und Taschenbuch, ab 6,99).

Ich liebe dich, aber hör auf, mich anzustarren! Paare allein zuhause... (Maren Ziegler)

Natürlich darf in Sachen Corona auch die klassische Überlebenshilfe nicht fehlen. Was machen Paare, die das Virus gemeinsam ins Homeoffice und damit zu 24-stündiger Dauer-Zweisamkeit ohne Ablenkung durch Sport, Hobbys oder Freunde nötigt?

„Ich liebe dich, aber hör auf mich anzustarren“ ist ein vergnüglich geschriebener Ratgeber für unfreiwillige Stubenhocker. Es gebe Wege, sich als Paar nicht die Köpfe einzuschlagen oder gar zu fragen, wie wohl Katzenfutter schmeckt, sagt die WG-erfahrene Autorin. Die Tipps mögen mitunter etwas einfach erscheinen, aus der Luft gegriffen sind sie nicht: Sich nicht gehen lassen; dem anderen Freiräume lassen; trotzdem täglich duschen. (Maren Ziegler: Ich liebe dich, aber hör auf, mich anzustarren! Paare allein zuhause..., Yuna-Verlag, E-Book, 0,99 Euro).

Die Viren-Lüge: Wie die Pharmaindustrie mit unseren Ängsten Milliarden verdient

Fast alle vorgestellten Bücher kann man mit gültigem Bibliotheksausweis in der Onleihe thuebibnet.de ausleihen. Dort finden sich auch Bücher, allerdings älteren Datums, die die Ernsthaftigkeit der Gefahr durch Viren infrage stellen. (Die Viren-Lüge: Wie die Pharmaindustrie mit unseren Ängsten Milliarden verdient, 220 S., Hanser).

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