Wahl-Weimarer Roger Bonnard präsentiert im Haus am Horn aktuelle Arbeiten

Französische Leichtigkeit, gepaart mit großer Farbigkeit und Vielfalt, versprüht die neue Ausstellung im Haus am Horn. Roger Bonnard präsentiert dort seine ganz aktuellen Arbeiten.

Ausstellung: "La couleur en plus - Die Farbe dazu" im Haus am Horn zeigt Malerei und Grafiken von dem deutsch-französischen Künstler Roger Bonnard. Foto: Thomas Müller

Ausstellung: "La couleur en plus - Die Farbe dazu" im Haus am Horn zeigt Malerei und Grafiken von dem deutsch-französischen Künstler Roger Bonnard. Foto: Thomas Müller

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Weimar. Mit "La couleur en plus – Die Farbe dazu" schuf Roger Bonnard bewusst einen Ausstellungstitel, der der Stoßseufzer aller des Winters überdrüssigen Menschen sein könnte. Doch trotz der ersten Sonnenstrahlen, die durch die Fenster ins Haus am Horn gelangen, und der offen stehenden Tür, die munteres Vogelgezwitscher hineinlässt, verliert die Ausstellung nichts von ihrem Reiz.

Er habe, sagt der 62-Jährige, die Arbeiten für die Exposition passend zum Haus ausgewählt und quasi danach, was er gern an den Wänden hätte, wenn er dort wohnen würde. Dass vier Aktzeichnungen unbewusst ins Kinderzimmer kamen, amüsiert ihn. Vielleicht hätte er sie dort auch aufgehangen, wenn er dies gewusst hätte.

Die Ausstellung vereint, was auch für Roger Bonnard zum Leben gehört, seit er der Liebe wegen von Frankreich in die damalige DDR zog: Elemente seiner eigentlichen Heimat ebenso wie solche aus seiner Wahlheimat, zu der Weimar für ihn vor 40 Jahren wurde. Und so fasziniert die Kunst von August Rodin Bonnard ebenso wie jene etwa von Gustav Klimt.

Eine Grenze zwischen Abstraktem und Gegenständlichem indes kennt der Künstler nicht, der Miniatur-Serien ebenso ausstellt wie großformatige Arbeiten. Dass viele von ihnen in Gelb erstrahlen, sei eher Zufall. Wobei Bonnard einräumt, gerne ungewöhnliche Farbkombinationen zu schaffen, so aus Gelb und Blau, ohne dass Grün entsteht. Besonderheit seiner Arbeiten ist zudem, dass er seit rund 15 Jahren auf Seidenpapier malt, das er wegen seiner Struktur schätzt, und dabei viele Schichten übereinander legt.

Die Ausstellung ist die 37. seit der Wiedereröffnung des Hauses am Horn und diejenige, mit der dort die neue Saison beginnt. Für Michael Siebenbrodt, Geschäftsführer des Freundeskreises der Bauhaus-Universität, zudem eine Herzensangelegenheit: Er schleiche bereits seit 30 Jahren um Bonnard herum, die Ausstellung nun sei seine "spät gezeigte Liebe" für seine Arbeiten.

"La couleur en plus – Die Farbe dazu" kann bis 30. Mai mittwochs, samstags und sonntags 11 bis 17 Uhr besichtigt werden.

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