"We are the Champions" - Siegeshymne in den Stadien weltweit

Auch nach dem Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft erklingt wieder "We Are the Champions" von Queen. Erschaffen wurde die ultimative Siegerhymne vom Tischtennisfan Freddie Mercury.

Freddie Mercury bezeichnet den Song "We are the Champions" als den "egoistischsten und arrogantesten Song, den ich je geschrieben habe". Foto: Archiv

Freddie Mercury bezeichnet den Song "We are the Champions" als den "egoistischsten und arrogantesten Song, den ich je geschrieben habe". Foto: Archiv

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Erfurt. Freddie Mercury war ein großer Tischtennis- und Cricketfan - und der Schöpfer der ultimativen Fußballsiegerhymne. Aber im Reich der Mythen wird Unpassendes ohnehin verdrängt. Der Queen-Sänger, seit 1991 im himmlischen Ruhestand, war kein Fußballfan, aber er hatte Gespür für Massenunterhaltung. Seine Songs, so lautete sein Credo, sollten nicht nur von Leuten mit einem bestimmten IQ gehört werden, sondern von allen Menschen. Entsprechend sah er "We Are the Champions" als eine "Hymne mit Botschaft, aber nicht für den Weltfrieden", wie bei John Lennon, sondern "in eine ganz andere Richtung".

Die Richtung musste er seinen Bandkollegen im Stadium der Songentstehung allerdings genauer erklären, da Brian May, Roger Taylor und John Deacon die Wir-sind-die-Größten-Message selbst für die Verhältnisse im selbstverliebten Rockzirkus arg großspurig fanden. Ihr Frontmann konnte ihnen jedoch glaubhaft versichern, dass die Preisung nicht der eigenen Band gelten sollte, sondern dem Publikum. Als die Musiker den Song 1977 für das Queen-Album "News of the World" in einem Londoner Studio einspielten, produzierten die Sex Pistols nebenan ihr Debütalbum. Während einer zufälligen Begegnung von Sid Vicious und Freddie Mercury soll es zu einem legendären Wortwechsel gekommen sein, bei dem der angetrunkene Punkmusiker den Klavier spielenden Pomprockstar fragte: "Bringst du wieder Ballett-Mucke unter die Leute?" Worauf Mercury meinte: "Na sicher, wir tun unser Bestes, Darling!'" Das Beste bedeutete für den bekennenden Stenz, sein Ego in eine monströse, unwiderstehliche Melodie fließen zu lassen, die das überschwängliche Siegergefühl in gebührender Anmaßung ("No time for losers") vermittelt. Obwohl die The-winner-takes-it-all-Haltung der Exaltiertheit von Freddie Mercury entsprach, bezeichnete er "We Are the Champions" als den "egoistischsten und arrogantesten Song, den ich je geschrieben habe".

Wie schnell der zu einer im weitesten Sinne Stadionrockhymne werden würde, hatte Mercury nicht geahnt, wie eine Interviewäußerung belegt: "Ich wollte einen Song zum Mitmachen, etwas, das sich die Fans zu eigen machen konnten. Es zielte auf die Massen ab. Ich dachte, wir werden sehen, wie sie es aufnehmen." Die leisen Zweifel zerstreuten sich rasch. Der Song, bei dessen Entstehung der Queen-Sänger nach eigener Auskunft eher an die Atmosphäre im American Football dachte, wurde von den Fußballfans rasch aufgegriffen und in das Feierlichkeitenritual jedweder Leistungsklasse übernommen. Freddie Mercury konnte es noch miterleben und quittierte es mit ungewohnter Bescheidenheit: "Ich kann kaum glauben, dass noch niemand einen neuen Song geschrieben hat, um ihn zu übertrumpfen." Queen selbst schafften es auch nicht mit ihrem Song "Football Fight", der 1980 als B-Seite der Single "Flash" erschien.

Eigentlich haben Queen mit "The Show Must Go On" auch die passende Verliererhymne im Repertoire. Wäre da nicht die Hermes House Band aus den Niederlanden, die mit ihren Coversongs den Kirmesrock in den Fußballstadien verankerte, seit sie im Sommer 1998 mit ihrem Gloria-Gaynor-Cover "I Will Survive" die WM-Atmosphäre in Frankreich aufpeppte.

Und selbst in den Niederlanden dürfte sie aber am Sonntag niemand hören wollen, wenn es wieder nicht klappt mit "We Are The Champions".

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