750 Jahre Ortsgeschichte in einem Umzug gezeigt

Gerterode (Eichsfeld). Das derzeit launische Wetter zeigte sich am Sonntag glücklicherweise auch von seiner freundlichen Seite. Und so konnten am Sonntagnachmittag viele Schaulustige den eindrucksvollen Festumzug ohne Regenschirm in der Hand genießen. Dieser war zugleich der Höhepunkt einer Jubiläums-Festwoche, die in Gerterode mit vielen Programmpunkten und Gästen aus nah und fern ausgiebig gefeiert wurde.

Der Festumzug am Sonntag war Höhepunkt der 750-Jahr-Feier in Gerterode. Das Fußvolk präsentierte sich in historischen Gewändern. Foto: Juvita Weinrich

Der Festumzug am Sonntag war Höhepunkt der 750-Jahr-Feier in Gerterode. Das Fußvolk präsentierte sich in historischen Gewändern. Foto: Juvita Weinrich

Foto: zgt

Der Umzug selbst spiegelte hauptsächlich die 750-jährige Ortsgeschichte, die mit der Ersterwähnung im Jahr 1266 begann, wider. Damals wurde Cuno de Gertarroth als Zeuge im Rahmen einer Güterveräußerung benannt. Diesen Ritter stellte der seit 1999 amtierende Bürgermeister Udo Hartung – begleitet von seiner Frau Heidi – natürlich stilecht gekleidet selbst dar.

Erinnerungen an die alten Zeiten

Gleich hinter ihnen folgte eine Pferdekutsche mit den Ehrengästen, darunter war auch Landrat Werner Henning. Unter den insgesamt 29 Fuß- und Wagengruppen sorgten ein Spielmannszug aus Mühlhausen, die Alte-Burg-Musikanten aus Kleinbartloff sowie die Feuerwehrkapelle aus Breitenholz für den passenden musikalischen Rahmen des Umzugs, der an wichtige geschichtliche Ereignisse und Personen erinnerte. So waren Fußgruppen – welche die ersten Siedler, die einst ansässigen Glashütten oder den damaligen Kunstfahrverein "Falke" darstellten – zu bewundern. Die detailgetreu ausstaffierten Wagen "Unser alter Konsum" und "Bäckerei Schäfer" wiederum erinnerten wehmütig an Zeiten, als man noch Lebensmittel und frisches Brot im Ort kaufen konnte.

Viele Vereine waren mit dabei

Auch die Wagen "Mühlen in Gerterode", "Erntedank" oder "Wäscherinnen an der Aue" waren – mit viel Zubehör – ein Hingucker, ebenso wie die "Finkenburg", ein großer Burgwagen, der mit Insassen in historischen Kostümen die Blicke auf sich zog. Das tat auch Werner Birkefeld, der – samt Hund – als letzter Schäfer von Gerterode im Zug mitlief.

Unter dem bunt gemischten Fußvolk tummelten sich auch viele Vereinsmitglieder, beispielsweise Fußballer, Tennisspieler oder auch Brieftaubenzüchter. Unterwegs verschenkten sie nicht nur reichlich gute Laune, sondern auch kleine kulinarische Genüsse wie belegte Brote, Süßigkeiten, das ein oder andere Schnäpschen und auch Blumensträuße. Nach dem Ende des Spektakels setzte sich die fröhliche Stimmung fort, genossen sowohl Einheimische als auch die Gäste das gesellige Beisammensein in Gerterode.

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