Agrarbetrieb erhält Preis als Natura-2000-Landwirt

Ernstroda  Tierzuchtgenossenschaft Ernstroda wird für Verzicht auf Produktionsflächen ausgezeichnet

Umweltministerin Anja Siegesmund überreichte dem Genossenschafts-Geschäftsführer Andreas Umbreit die Auszeichnung Natura-2000-Landwirt.

Umweltministerin Anja Siegesmund überreichte dem Genossenschafts-Geschäftsführer Andreas Umbreit die Auszeichnung Natura-2000-Landwirt.

Foto: Conny Möller

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Weil sie auf Produktionsflächen verzichtet, um Laichgewässer zu schaffen, die für den Kammmolch genauso wichtig sind wie für andere Amphibien, wurde die Tierzuchtgenossenschaft (TZG) Ernstroda gestern erstmals mit dem Natura-2000-Landwirt-Preis ausgezeichnet. Bereits am Vormittag herrschte vor dem Bauernmarkt auf dem Gelände der Genossenschaft geschäftiges Treiben, denn zur Preisverleihung wurde auch Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnis 90/Die Grünen) erwartet. Die betonte in ihrer Ansprache, dass Naturschutz und Landwirtschaft ein gemeinsames Interesse verfolgen, nämlich die Artenvielfalt zu erhalten.

Der Preis Natura-2000-Landwirt wurde durch das Kompetenzzentrum Natura-2000-Stationen und dem Thüringer Bauernverband initiiert. Seit zwei Jahren sind insgesamt elf Stationen im Freistaat aktiv. Im Januar 2019 soll eine weitere Station in Possen dazukommen, bestätigt die Umweltministerin. Die Stationen sollen Maßnahmen zum Erhalt der europäisch geschützten Arten und Lebensräume ergreifen und umsetzen. Die Idee, landwirtschaftliche Betriebe auszuzeichnen, wurde vom Kompetenzzentrum entwickelt. Jährlich sollen zwei Betriebe prämiert werden. Die Vorschläge werden von einer Jury, bestehend aus Umweltverbänden, Kompetenzzentrum und Bauernverband, bewertet. „Unsere Landwirte sind immer bereit, ihren Beitrag zu leisten, doch müssen wir den Umweltschutz auch mit der Wirtschaftlichkeit verbinden“, sagt Klaus Wagner, Präsident des Bauernverbandes.

Die Tierzuchtgenossenschaft Ernstroda unterhält eine Fläche von 2500 Hektar. 65 Mitarbeiter sind in dem landwirtschaftlichen Betrieb tätig. 22 Gesellschafter gehören zur TZG, erzählt Geschäftsführer Andreas Umbreit. Er habe bereits als Jugendlicher in der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz mitgearbeitet, deshalb sei ihm ein Anliegen, hier weiterzumachen.

Das Unternehmen hält derzeit 2300 Rinder sowie rund 100 Schafe und Ziegen. Letztere dienen vorrangig der Landschaftspflege. Seit diesem Jahr weiden auch Wasserbüffel auf den Flächen. „Wir sind hier noch in der Versuchsphase“, erklärt Andreas Umbreit.

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