Andacht in Bischofroda: Ein Dorf weint um zwei Kinder

Bischofroda.  Bei einem Gedenkgottesdienst in Bischofroda wurde den Opfern des Busunglücks im Wartburgkreis gedacht.

In der Kirche in Bischofroda wurden während des Gedenkgottesdienstes Kerzen für die verunglückten Kinder angezündet.

In der Kirche in Bischofroda wurden während des Gedenkgottesdienstes Kerzen für die verunglückten Kinder angezündet.

Foto: Jensen Zlotowicz

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Ein ganzes Dorf weint um zwei tödlich verunglückte, achtjährige Kinder. Angehörige, Freunde, Bekannte, Nachbarn sind untröstlich, sind am Boden zerstört.

Es fehlen die Worte. Für viele, längst nicht allein für die engsten Angehörigen, ist es am Tag nach der Tragödie schwierig, Gedanken zu fassen. Auch die Notfallseelsorger fühlen sich beim Gedenkgottesdienst am Freitagabend nach großem Tagespensum in der Hainich-Schule in Berka leer und ausgelaugt.

Der Unfall mit seinen Folgen nimmt die Menschen mit, allen voran die Bischofrodaer, aus deren Mitte der Junge und das Mädchen gerissen wurden. Der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer, Superintendent Ralf-Peter Fuchs, Geistliche und Diakone aus der Pfarrei und umliegender Gemeinden hielten Fürbitte für alle Betroffenen, nicht zuletzt den Busfahrer.

Sie klagten im Beisein von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), Innenminister Georg Maier (SPD) und lokaler Politprominenz im Namen des Dorfes. In der voll besetzten, todesstillen Kirche, mischte sich in die Trauer leise ein erster Ausweg. Am Ende bleibt doch nur Gott, sprach Superintendent Fuchs es aus. Er möge die Kinder gut bei sich aufnehmen, so die Bitte.

Immer wieder die Frage: Warum?

Ein Dorf rückt in schwerer Stunde zusammen und blickt, wenn auch skeptisch und schwer benommen in die Zukunft. Die Schockstarre, so der Wunsch, wird allmählich weichen. Eltern und Großeltern werden erst nach und nach wieder Schlaf finden. Der Gedenkgottesdienst war ein Bitten und Schweigen, ein Erinnern und immer wieder die Frage: Warum?

Eine Antwort wird es nicht geben. Seiner Tränen musste sich am Freitagabend niemand schämen.

Unzählige Kerzen entzündeten die Menschen während und nach der Andacht im Altarraum, sie wünschten den Angehörigen in den ersten Bankreihen Kraft und Trost für die Seele, auch wenn das in diesem Moment wie die Quadratur des Kreises anmutet.

Zwei tote Kinder. Diese Tatsache dominiert Bischofroda und die Region. Andere, mit dem Bus-Unglück zusammenhängende Details, das wissen die Dorfbewohner, werden in der nächsten Zeit zu Themen.

Trauer nach tödlichem Busunglück in Berka

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