Bald rollen silberne Abellio-Züge durch Artern

Kyffhäuserkreis  Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember übernimmt Abellio Rail Mitteldeutschland die Strecke Sangerhausen–Erfurt.

Einer der modernen silbernen Abellio-Züge, die ab 13. Dezember auch durch Artern fahren, am Bahnhof in Sangerhausen. Foto: Wilhelm Slodczyk

Einer der modernen silbernen Abellio-Züge, die ab 13. Dezember auch durch Artern fahren, am Bahnhof in Sangerhausen. Foto: Wilhelm Slodczyk

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Vor allem am Wochenende konnte man sie seit Oktober auch schon durch den Kyffhäuserkreis rollen sehen – die silberfarbenen Züge des Verkehrsunternehmens Abellio. Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember werden die Bombardier-Züge vom Typ Talent 2 dann komplett das Bild auf der letzten verbliebenen Bahnstrecke bestimmen, die durch den östlichen Kyffhäuserkreis führt.

Die Strecke Sangerhausen– Erfurt, die durch Voigtstedt, Artern, Reinsdorf, Bretleben, Hel-drungen und Etzleben führt, gehört zum mitteldeutschen Streckennetz, für das Abellio die Ausschreibung für den Personennahverkehr für die nächsten 15 Jahre gewonnen hat. Bis 2030 werden Zugreisende hier nicht mehr mit der Deutschen Bahn, sondern mit den neuen Abellio-Zügen unterwegs sein, die von Abellio-Mitarbeitern geführt und begleitet werden.

Was ändert sich für die Reisenden, außer dem Design der Züge und der Zugbegleiteruniformen? Ein Blick auf den neuen Fahrplan, der ab dem 13. Dezember gilt, offenbart erst mal nur minimale Veränderungen bei den Abfahrtzeiten. Manche Züge starten exakt zur gleichen Zeit, bei anderen verschiebt sich die Abfahrt um wenige Minuten.

So geht es künftig wochentags auf dem Weg von Artern nach Erfurt am Morgen schon um 4.02 Uhr los, zurzeit fährt der erste Zug um 4.09 Uhr ab.

Auch Nachteulen müssen sich in Zukunft ein bisschen ranhalten. Statt um 23.15 Uhr fährt nach dem Wechsel der letzte Zug aus Erfurt gen Sangerhausen schon um 23.03 Uhr ab.

An der reinen Fahrzeit zwischen Artern und der Landeshauptstadt, die zurzeit 43 bis 54 Minuten beträgt, wird sich kaum etwas ändern. Allerdings gibt es in Zukunft einige Verbindungen mehr. Kann man gegenwärtig mit der Bahn AG wochentags 19-mal von Artern nach Erfurt und 17-mal in der Gegenrichtung starten, sind es künftig 21 Verbindungen in Richtung Erfurt und 18 retour.

Insgesamt siebenmal kann man künftig unter der Woche aus Richtung Erfurt direkt nach Halle durchfahren, ohne in Sangerhausen umsteigen zu müssen. So gibt es eine Frühverbindung, bei der man beispielsweise um 7.08 Uhr in Artern zusteigen kann und um 8.28 Uhr planmäßig in Halle Hauptbahnhof ankommt.

Zwischen Halle und Nordhausen wird ein stündlicher Takt eingerichtet, sodass man auf dieser Strecke auch ohne Direktverbindung relativ schnell weiter in Richtung Saale- oder Rolandstadt kommt.

Wegen der Übernahme des mitteldeutschen Streckennetzes hat Abellio richtig Geld in die Hand genommen und in Sangerhausen für mehr als zehn Millionen Euro ein nagelneues Bahnbetriebswerk gebaut. Hier werden alle 35 Züge gewartet, die Abellio auf die rund 575 Kilometer des Saale-Thüringen-Südharz-Streckennetzes schickt. Den Standort habe man ganz bewusst an der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt gewählt, sagte Dirk Ballerstein, Geschäftsführer von Abellio Mitteldeutschland, beim Richtfest im Februar.

Rund 50 neue Mitarbeiter hat Abellio eingestellt. Etwa die Hälfte für die Werkstatt und die Waschanlage in Sangerhausen, die andere Hälfte für den Fahrbetrieb. Vor allem Lokführer wechselten von der Bahn und anderen Unternehmen zu Abellio. Die Zugbegleiter sind unterdessen meist Seiteneinsteiger, die Abellio in den vergangenen Monaten für die neue Aufgabe geschult hat, sagt Matthias Neumann, Pressesprecher von Abellio Rail Mitteldeutschland.

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