29 Feuerwehren im Sturm-Einsatz

Arnstadt  Für Gefahr sorgten herunter fliegende Dachziegel und umgestürzte Bäume. Die Straße von Ilmenau Richtung Auerhahn ist gesperrt worden.

Tino Otte, Michael Bollmann-Schelle und Julian Dimitrovici von der Feuerwehr Arnstadt haben die Einsätze im Blick. Wegen des Sturmtiefs sind am Donnerstag zusätzlich zur Leitstelle im Landratsamt auch bei Wehren in Arnstadt, Ilmenau und Stadtilm Einsatzzentralen eingerichtet worden.

Tino Otte, Michael Bollmann-Schelle und Julian Dimitrovici von der Feuerwehr Arnstadt haben die Einsätze im Blick. Wegen des Sturmtiefs sind am Donnerstag zusätzlich zur Leitstelle im Landratsamt auch bei Wehren in Arnstadt, Ilmenau und Stadtilm Einsatzzentralen eingerichtet worden.

Foto: Hans-Peter Stadermann

„Friederike“ ist abgezogen, in vielen Teilen Deutschlands hinterließ der Orkan schwerere Verwüstungen als „Kyrill“ vor genau elf Jahren. Es gab Tote, Verletzte und Schäden in Millionenhöhe.

Der Ilm-Kreis schien glimpflich davon gekommen zu sein. Verletzte sind nicht zu beklagen, wenn man von einem Kind absieht, das nach einem Busunfall bei Böhlen – eine Böe hatte dort den Bus in eine Schneewehe gedrückt – später doch noch ins Krankenhaus gebracht wurde, weil es sich unwohl fühlte. Auch die Schäden halten sich im Kreis weitgehend in Grenzen.

„Wir hatten verdammt großes Glück“, sagte am Freitag Landrätin Petra Enders (Linke). Sie bedankte sich ausdrücklich bei den Mitarbeitern der Leitstelle und allen Feuerwehrleuten. Die Warnungen waren rechtzeitig gekommen, so hatte sich die Leitstelle in Landratsamt auf eine mögliche Großschadenslage vorbereitet. Dort waren zeitweilig zehn Mitarbeiter im Dienst. Außerdem gab es Einsatzzentralen bei den Feuerwehren in Arnstadt, Ilmenau und Stadtilm, von denen die Einsätze in den Regionen koordiniert wurden.

Ab Mittag waren die Feuerwehren in Alarmbereitschaft. Die Schulen kümmerten sich darum, dass die Schüler möglichst vor dem Sturm nach Hause konnten. Das wurde von den Busunternehmen abgesichert. Ab 13 Uhr wurde die K 56 von Ilmenau Richtung Auerhahn vorsorglich gesperrt. Zeitweilig nicht befahrbar war nach Auskunft der Leitstelle auch die Straße zwischen Gräfenroda und Gehlberg. Ab Freitagmorgen waren alle Straßen wieder frei, hieß es im Landratsamt.

Im Ilm-Kreis rückten am Donnerstag 29 Feuerwehren mit 387 Aktiven zu 49 Einsätzen aus. Den Schwerpunkt bildete dabei Arnstadt, wo es um 14.24 Uhr Alarm gab. „Wir mussten durch unsere Einsatzkräfte 19 Vorfälle abarbeiten“, sagte Wehr- und Einsatzleiter Jörg Dimitrovici. Darunter waren mehrere herabgestürzte Dachziegel und -teile, unter anderem am Arnstädter Bustreff. Einer der Haltbahnsteige war am frühen Freitagmorgen noch abgesperrt, aber ab 7 Uhr wieder anfahrbar. Es gab umgestürzte Bäume (wir berichteten), einmal löste eine Brandmeldeanlage aus. Unterstützung bekamen die Arnstädter durch die Wehren aus Rudisleben und Ichtershausen. Um 18.42 Uhr war der Sturm-Einsatz beendet.

Im Arnstädter Tierpark stürzten zwei Bäume um. Einer landete im Ententeich, der andere steht leicht entwurzelt am Katta-Gehege. Tiere wurden nicht verletzt. „Diese Bäume werden im Laufe des Tages zersägt“, sagte am Freitag Tierparkleiter Maik Wedemann.

Bei den Arnstädter Stadtwerken ging kein einziger Notruf wegen Stromausfall oder anderen Havarien ein. Dunkel hingegen war es kurz in Gräfinau-Angstedt geworden.

Auch auf der Straße zwischen Gräfinau und Gehren waren mehrere Bäume umgebrochen. In Langewiesen hat der Sturm ein Dach abgedeckt.

Im Forstamt Willrode sammelte man bis Freitagmittag alle Meldungen aus den Revieren. Laut Forstamtsleiter Chris Freise waren die Schäden im Altkreis Arnstadt „sehr übersichtlich“ und im Vergleich zu „Kyrill“ verschwindend gering. Er sprach von rund 1000 Festmetern an Einzelbrüchen. Genauere Zahlen liegen ihm aber noch nicht vor. Trotzdem warnt Freise vor Waldspaziergängen, vor allem auch deshalb, weil angebrochene Bäume durchaus noch umfallen oder Äste abbrechen könnten – zumal unter der Last von neuem Schnee.

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