50 Kilometer-Stau auf der A9 löst sich nach elf Stunden langsam auf

Schleiz  Starke Schneefälle und Schneeglätte haben in Ostthüringen seit Mittwoch zu massiven Behinderungen und etwa 50 Kilometer langen Staus auf der A9 geführt. Ein Großaufgebot an Rettungskräften ist im Einsatz.

Ein Einsatzwagen der Polizei steht auf dem verschneiten Rastplatz Teufelstal an der Autobahn 4 hinter einem Lastwagen.

Foto: Jens Henning

Autofahrer auf der A9 brauchten seit Mittwochabend viel Geduld. Der Verkehr staute sich auf der A9 südlich des Hermsdorfer Kreuzes auf insgesamt schätzungsweise 50 Kilometern. Der Stau dauerte knapp elf Stunden bis zum Donnerstagmorgen.

Betroffen war, wie ein Sprecher der Autobahnpolizei bestätigte, vor allem die A9 in Richtung Berlin zwischen Schleiz und Hermsdorf-Süd sowie die Gegenrichtung zwischen Lederhose und Schleiz. Hier war es auf winterglatter Fahrbahn gegen 17 Uhr zu ersten Behinderungen durch quer stehende Lkw gekommen. Zunächst habe der Verkehr nicht vollständig still gestanden. Wegen des starken Schneefalls blieben auf der Strecke zwischen Hermsdorfer Kreuz und Landesgrenze Bayern zahlreiche Lkw an Steigungen liegen. Nachfolgende Lkw versuchten noch links an den stehenden Lkw vorbeizukommen und fuhren sich ebenfalls fest. Schlussendlich standen teilweise bis zu vier Lkw nebeneinander und blockierten die gesamte Fahrbahn in Richtung Berlin und München. Der Verkehr auf der Autobahn kam komplett zum Erliegen. Insgesamt standen etwa 50 Lkw quer.

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Ein Großaufgebot an Rettungskräften wurde alarmiert. Das THW Gera begann die Lkw von der Fahrbahn zu ziehen. Die Rettungsleitstelle Saalfeld wurde wegen der Versorgung der Autofahrer mit Getränken und Decken eingeschaltet. Polizei, freiwillige Feuerwehren, Rettungs- und Räumdienst waren bis zum Donnerstagmorgen im Einsatz. Weiterer Schneefall und Glätte erschwerten die Bergungsmaßnahmen. Bei einzelnen Glätteunfällen wurde niemand verletzt, so die Polizei.

Der Verkehr rollt seit den Morgenstunden wieder, komme nach wie vor jedoch immer mal wieder wegen der Glätte zum Stehen. In Richtung Berlin gebe es bei Schleiz zudem Probleme wegen der extremen Eisglätte. Lkw müssen einzeln von THW und Feuerwehr angeschleppt werden. Der Räumdienst ist ununterbrochen im Einsatz, um die Fahrbahn wieder befahrbar zu machen. Selbst die Allrad-Lkw des THW kommen nur mühsam zur Einsatzstelle und an dieser vorwärts. Am Morgen mussten außerdem unzählige Lkw-Fahrer entlang der Strecke geweckt werden, damit der Verkehr wieder anrollt und die Räumfahrzeuge durch kommen.

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