Aufarbeitung der Jenaer Fußball-Randale dauert an

Jena.  Ein Jahr nach der Randale beim Fußballspiel in Jena ist die juristische Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen – denn es stehen 157 Ermittlungsverfahren zur Bewertung an.

Schwere Ausschreitungen beim Fußball-Drittligaspiel zwischen Carl Zeiss Jena und München 1860.

Schwere Ausschreitungen beim Fußball-Drittligaspiel zwischen Carl Zeiss Jena und München 1860.

Nach den Fan-Krawallen im vergangenen Jahr in Jena sind mindestens 157 Ermittlungsverfahren geführt wurden. Das sagte Innenminister Georg Maier (SPD) am Donnerstag im Thüringer Landtag auf eine entsprechende mündliche Anfrage der Jenaer Abgeordneten Katharina König-Preuss (Linke).

Demnach läuft die polizeiliche und juristische Aufarbeitung der Auseinandersetzungen aber weiter, bei der sowohl Unbeteiligte als auch Fans und Polizisten verletzt wurden. Eine Vielzahl der mutmaßlichen Straftäter konnte die Polizei im Nachgang der Ermittlungen ausfindig machen. In 128 Ermittlungsverfahren sind die Beschuldigten namentlich bekannt. In 29 Fällen wird gegen Unbekannt ermittelt. Insgesamt, so Maier, seien bisher 320 Zeugen befragt wurden.

Auch in mehreren Sitzungen des Thüringer Innenausschusses ist die Eskalation vor dem 3. Liga-Fußballspiel thematisiert worden. Denn im Nachgang wurden schwere Anschuldigungen gegen die eingesetzten Beamten erhoben – die von massiver Körperverletzung bis hin zu homophoben Beleidigungen reichen. Abgeschlossen sind bisher allerdings die wenigsten Verfahren. Der Minister spricht von vier beendeten Verfahren, bei denen eine Geldstrafe verhängt wurde und vier Verfahren, die eingestellt worden seien. Eine achtmonatige Bewährungsstrafe gegen einen Schweizer, der einen Polizisten verletzt hatte, benennt Maier nicht extra.

Auch vier der fünf gegen Polizeibeamte angestrengte Verfahren werden nicht weiter geführt. Eines liege noch bei der Staatsanwaltschaft, so Maier. In allen Fällen war den Beamten - drei konnten namentlich ermittelt werden, zwei konnten nicht zugeordnet werden – Körperverletzung im Amt vorgeworfen.

Für 84 Fußball-Fans hat das Spiel gegen den TSV 1860 München ein weiteres Nachspiel. Sie wurden im Zuge der Ermittlungen in die Datei Gewalttäter Sport eingetragen. Ob sie darüber auch informiert wurden, um sich gegebenenfalls rechtlich zu wehren, blieb am Donnerstag offen? Die Nachfrage der Abgeordneten König-Preuss wird schriftlich beantwortet.

Diese Reaktionen ruft das 3. Liga-Konzept des FC Carl Zeiss Jena hervor