Bäume stürzen im Eichsfeld auf Straßen und Leitungen

Eichsfeld  Sturm „Eberhard“ hält Sonntagabend die Wehren in Atem. Tanne hängt über Parkplatz. 2300 Eichsfelder ohne Strom.

Eine Tanne entwurzelten Sturmböen Samstag in der Heiligenstädter Riemenschneider-Straße.

Eine Tanne entwurzelten Sturmböen Samstag in der Heiligenstädter Riemenschneider-Straße.

Foto: Feuerwehr Heiligenstadt

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Sturmtief „Eberhard“ fegte am Sonntag auch über das Eichsfeld und richtete Schäden an. Wie es am Abend von der Rettungsleitstelle hieß, gab es zwischen 13.30 und kurz vor 19 Uhr zehn Feuerwehreinsätze. Gegen 18 Uhr ging es laut Leitstellenchef Thomas Müller richtig los. Bäume fielen auf Straßen, Strom- und Telefonleitungen. Zwischen Mengelrode und Streitholz krachte einer auf eine Telefonleitung, zwischen Kalteneber und Heiligenstadt stürzte ein Baum gegen 17.30 Uhr auf die Straße und beispielsweise einer gegen 17.50 Uhr auf eine Stromleitung zwischen Dietzenrode und Wahlhausen. Eine genaue Bilanz wird die Leitstelle am Montag vorlegen.

Sturm „Eberhard“ über Thüringen: 200 Einsätze, Straßen gesperrt, Todesopfer in Deutschland

Sturm „Dragi“ hatte auch am Samstag Kameraden auf den Plan gerufen. Eine etwa 25 Meter hohe Tanne entwurzelten starke Sturmböen am Abend in Heiligenstadt, so Johannes Lurch von der Feuerwehr der Kreisstadt. Gegen 18.25 Uhr ging der Alarm ein. In der Tilman-Riemenschneider-Straße fanden die Einsatzkräfte den umgestürzten Baum, der über mehreren Parkplätzen hing. Die Tanne habe auf einer Mauer gelegen, so dass an den darunter geparkten Autos keine nennenswerten Schäden entstanden, so Lurch. Zusammen mit der Polizei ließ der Einsatzleiter zunächst die Pkw durch die Eigentümer wegfahren. Da einer von diesen nicht anzutreffen war, schoben die Kameraden das Fahrzeug mittels Rangierhilfen zur Seite. Dann zersägte ein Feuerwehrmann von der Drehleiter aus den Baum Stück für Stück. Während der rund eine Stunde dauernden Arbeiten war die Straße voll gesperrt.

Parallel dazu sei der Rüstwagen in den Ahornweg ausgerückt, wo ein Schacht der Oberflächenentwässerung verschmutzt war und das Regenwasser nicht abfließen konnte. Die Feuerwehr habe diesen gesäubert und konnte kurze Zeit später wieder einrücken. Bereits am Nachmittag, teilt der Feuerwehrsprecher mit, sei die Heiligenstädter Wehr zu einem gemeldeten Gebäudebrand in Uder alarmiert worden. Die Floriansjünger hätten sich mit mehreren Fahrzeugen auf den Weg gemacht. „Diese konnten aber nach Eintreffen der Ortswehr den Einsatz abbrechen, da nur Teile der Außenfassade eines Neubaus brannten“, so Lurch.

Im Einsatz war am Wochenende laut Rettungsleitstelle auch die Feuerwehr Effelder. Der Sturm hatte dort einen Baum auf die Straße stürzen lassen, der weggeräumt werden musste.

Stromausfall: 2300 Eichsfelder saßen anderthalb Stunden im Dunklen

Derweil wurden die Feuerwehrdepots in Heyerode und Wendehausen bei den Stromausfällen am Wochenende umgehend zu Notrufzentralen. Heller erleuchtet als üblich war am Samstagabend der Platz vor dem Feuerwehrdepot in Heyerode. Die Einsatzfahrzeuge standen draußen startklar bereit, während ein laufendes Notstromaggregat den Ernst der Situation deutlich machte. Ansonsten war es im Ort stockdunkel. Kurz vor 19 Uhr war durch das Wüten von Sturm „Dragi“ die Stromversorgung zusammengebrochen. Knapp eineinhalb Stunden saßen die etwa 2300 Einwohner im Dunkeln. Weil zunächst die Festnetz-Telefone und einige Zeit später auch Mobilfunknetze und Internetzugänge lahmgelegt waren, schien das Dorf gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten. „Damit das nicht passiert, haben wir sofort das Feuerwehrgerätehaus besetzt“, sagte Südeichsfeld-Bürgermeister Andreas Henning. Von dort aus war man mit der Kreisleitstelle für medizinische Notfälle oder mögliche weitere Einsätze der Feuerwehr verbunden. „Noch bevor die Alarmierung kam, waren auch schon die ersten Jungs im Depot“, lobte Einsatzleiter Christian Henning die Einsatztruppe.

Mit den knapp 20 Einsatzkräften war auch der Bürgermeister vor Ort, um insbesondere Kontakt zu den anderen sieben Ortschaften der Landgemeinde Südeichsfeld zu halten. Wegen des Stromausfalls hatte auch die Wendehäuser Wehr ihr Depot besetzt. Hildebrandshausen und Diedorf waren nur kurzfristig betroffen. Sonntag fiel gegen 3 Uhr in Heyerode die Stromversorgung nochmals für etwa eine Stunde aus, so dass sich das Prozedere wiederholte. „Bei Stromausfall halten wir in der Landgemeinde grundsätzlich die Feuerwehrdepots besetzt“, so Henning. Den längsten derartigen Notfall hatte es am 18. Januar 2018 gegeben, als das Orkantief „Friederike“ allein in Heyerode für siebeneinhalb Stunden Stromausfall gesorgt hatte.

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