Dobermann beißt 21-Jährige in Sondershausen

Es war Dienstag kurz nach 12.30 Uhr, als Polizei und Rettungsleitstelle informiert wurden, dass es in einer Wohnung im dritten Stock in der Albert-Kunz-Straße 3 in Sondershausen eine Hundebissattacke gegeben hat. Eine 21-Jährige Hundehalterin wollte ihrem Dobermann eine Zecke aus dem Gesicht entfernen.

Per Drehleiter rettete man die junge Frau. Foto: Hans Jürgen Schmidt

Per Drehleiter rettete man die junge Frau. Foto: Hans Jürgen Schmidt

Foto: zgt

Sondershausen. Dabei hat das Tier wohl wegen der Schmerzen überreagiert und griff seine Herrin an. Wie ein Polizeisprecher erklärte, habe der Hund die Frau ins Gesicht und in den Kopf gebissen. Daraufhin sei die völlig verschreckte Frau ins Schlafzimmer geflüchtet, habe sich verbarrikadiert und die Untermieterin um Hilfe gebeten. Da sie im dritten Stock wohnt, wurde die Feuerwehr von Sondershausen-Mitte mit der großen Drehleiter alarmiert. Die holte die Verletze über das Fenster aus der Wohnung und brachte sie zur Erstversorgung ins DRKKrankenhaus der Stadt. Wie sich schnell herausstellte, waren die Verletzungen zum Glück nicht lebensgefährlich, sondern mehr oberflächlicher Art, sodass die Hundehalterin schon bald wieder aus dem Krankenhaus entlassen und umgehend zu dem ganzen Vorfall befragt werden konnte.

Der Amtstierarzt Dr. Gunter Wolf wurde ebenfalls zum Tatort gerufen, um das Wesen des Tieres zu begutachten. Wie die Polizisten vor Ort auch, sah Dr. Wolf keinen akuten Handlungsbedarf, weil sich das Tier ganz und gar nicht mehr besonders auffällig zeigte. Es blieb zunächst in der Wohnung, bis sich der Freund der jungen Frau meldete. Mit ihm sollte beraten werden, ob der Hund ins Tierheim gebracht werden muss oder vielleicht doch weiter daheim bleiben kann. Zum Zeitpunkt der Bissattacke befand sich die junge Frau mit ihrem Dobermann allein in der Wohnung ihres Freundes Christian K. Später blieb der Hund noch eine Zeit lang in der Wohnung, bis entschieden wurde, den Dobermann doch lieber in ein Tierheim bringen zu lassen, erklärte die Pressesprecherin der Polizeidirektion Nordhausen, Jeanette Schwan-Witzenhausen.

Das geschah im Laufe des Nachmittags in Zusammenarbeit mit dem Wohnungsinhaber, der Polizei und Mitarbeitern eines Tierheimes. Offensichtlich war das Vertrauensverhältnis zwischen der Hundehalterin und dem Tier doch so stark erschüttert, dass sie sich in Gegenwart ihres Hundes nicht mehr sicher fühlt. Wie eine Nachbarin beobachtete, wurde der Hund von einem befreundeten Dobermannspezialisten in einem Spezial- Pkw mit Suhler Kennzeichen abgeholt, nicht in ein Tierheim der Region gebracht. Das Tier lief friedlich in das Auto. Die junge Frau wurde von der inzwischen angereisten Mutter mit nach Hause genommen.

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