Feuer im Mühlhäuser Skaterpark: Brandstiftung ist wahrscheinlich

Mühlhausen  Hindernisstrecke in der Halle blieb verschont. Nach Zwangspause sollen schnellstmöglich Aufräumarbeiten beginnen

Die Experten der Kriminalpolizei Nordhausen sicherten am Dienstagvormittag Spuren am Eingang der Skaterhalle. Dabei wurde auch ein Benzinkanister gefunden, den die Polizisten als Beweisstück sicherstellten.

Die Experten der Kriminalpolizei Nordhausen sicherten am Dienstagvormittag Spuren am Eingang der Skaterhalle. Dabei wurde auch ein Benzinkanister gefunden, den die Polizisten als Beweisstück sicherstellten.

Foto: Alexander Volkmann

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Ungläubig stehen Fabian, John, Ronny und Alexander an dem rot-weißen Flatterband mit der schwarzen Aufschrift „Polizei“. Die jungen Männer kamen am Dienstagmorgen mit dem Zug aus Meiningen nach Mühlhausen – zweieinhalb Stunden Zugfahrt, um aus dem Mund von Volker Schröder vom Thuringia Funpark zu erfahren, dass es in der Nacht ein Feuer in der Skaterhalle in der Mühlhäuser Industriestraße gab. Das bedeutet eine Zwangspause für alle Skater. Und das mitten in den Sommerferien, wo bis zu 100 Jugendliche täglich hierher kommen.

Volker Schröder stehen die Enttäuschung und die Wut ins Gesicht geschrieben. In der Nacht hatte ihn gegen 5 Uhr die Polizei aus dem Bett geklingelt. „Als es hieß, die Halle brennt, ist mir das Herz in die Hose gerutscht. Ich bin sofort losgefahren“, sagt Schröder. Gegen halb fünf wurden die Rettungskräfte alarmiert. Die Mühlhäuser Feuerwehrleute und die Einsatzkräfte aus Görmar hatte den Brand im Küchenbereich der Anlage nach zwei Stunden unter Kontrolle, konnten ein Ausbreiten auf die Skateranlage in der angrenzenden Halle verhindern, schildert Schröder die Situation. Kurz vor sieben Uhr war das Feuer gelöscht. Personen wurden nicht verletzt. Am Vormittag nahmen Polizisten der Kriminalpolizei Nordhausen die Ermittlungen auf. „Vieles deutet auf Brandstiftung hin“, sagt Volker Schröder. Ein Benzinkanister sei gefunden worden.

Bis 23 Uhr seien Mitarbeiter in der Skaterhalle gewesen, hätten dann ordnungsgemäß abgeschlossen. Allerdings sei es schon vorgekommen, dass sich Jugendliche hätten absichtlich einschließen lassen, um in der Nacht noch einige Runden zu drehen, sagt der Vereinsvorsitzende. Auch sei erst vor eineinhalb Wochen in die Halle eingebrochen worden. Es wurden Computer und eine Kamera zerstört. „Es könnte sein, dass Jugendliche, die mit einem Hausverbot belegt wurden, nun Rache übten“, spekuliert Schröder.

Eine Straftat sei nicht auszuschließen, sagt Polizeisprecherin Vanessa Lundershausen. Die Kriminalpolizei will sich aber nicht festlegen, bevor die Ermittlungen beendet sind. Dienstagnachmittag hieß es, ein technischer Defekt als Brandursache werde aber ausgeschlossen.

Mehrere zehntausend Euro Sachschaden entstanden nach Mitteilung der Polizei. Der gesamte Eingangsbereich zur Skaterhalle sowie der dortige Küchenbereich mit Tresen, Möbeln und elektrischem Gerät ist ein Opfer von Flammen und Rauch geworden. Der Rauchabzug hat funktioniert, so dass die Fenster unter der Hallendecke geöffnet waren.

In den kommenden Tagen sollen schon die Aufräumarbeiten beginnen, sagt Vera Kerst, die sich im Verein um die Finanzen kümmert. „Wir hoffen darauf, dass sich Jugendliche bereit erklären, mit anzupacken.“ So müssten zumindest erst einmal die angrenzeden Sanitärräume und der Flur vom Ruß gereinigt und die verkohlten Möbel nach draußen gebracht werden. „Die Anlage kann wohl trotzdem weiter genutzt werden“, erklärt Schröder, „wir werden einen Noteingang einrichten“.

1999 hatte der Verein XXL! mit dem Bau der Anlage begonnen. Drei Jahre später wurde der Skaterpark der WM dort aufgebaut und umfangreich erweitert. In den vergangenen 14 Jahren nutzten mehr als 600 000 zumeist jugendliche Gäste die Anlage, sagt Schröder. Dabei ist der Thuringia Funpark über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

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