Polizeieinsatz nach verdächtiger Postsendung an Björn Höcke

Erfurt.  Eine verdächtige Postsendung an AfD-Landeschef Höcke lässt Feuerwehr und Entschärfungskommando im Landtag anrücken. Die Polizei gibt am Nachmittag teilweise Entwarnung.

Gefahrguteinsatz der Feuerwehr im Thüringer Landtag.

Gefahrguteinsatz der Feuerwehr im Thüringer Landtag.

Foto: Sascha Fromm / Ta

Eine verdächtige Postsendung an den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke hat am Mittwoch einen Polizei-und Feuerwehreinsatz im Thüringer Landtag ausgelöst. Der Abgeordnete hatte nach Polizeiangaben bereits am Dienstag an seiner Privatadresse einen Brief erhalten, der ihm offenbar verdächtig vorkam. Am Mittwoch übergab er dann diesen im Landtag der Poststelle, um ihn prüfen zu lassen. Die Poststelle verfügt für Kontrollen unter anderem über ein Röntgengerät.

Der Landtag alarmierte dann Polizei und Feuerwehr. Die Berufsfeuerwehr Erfurt ist gegen 11 Uhr mit ihrem Gefahrenschutzzug vorgefahren. Die Einsatzkräfte sind in der Lage, mit ihren Schutzanzügen strahlende, giftige und biologisch verseuchte Substanzen sicher zu stellen. Vom Landeskriminalamt waren zudem Sprengstoffexperten im Landtag im Einsatz.

Bauerndemo und Polizeieinsatz am Landtag in Erfurt

Polizei gibt teilweise Entwarnung

Nach zwei Stunden konnte die Polizei teilweise Entwarnung geben. „Es können strahlende Substanzen und Sprengstoff ausgeschlossen werden“, sagte eine Polizeisprecherin. Die in der Postsendung enthaltene Substanz müsse noch auf ihre chemische Zusammensetzung und biologische Verseuchung untersucht werden. Laut Polizei werden alle Personen, die mit der Postsendung in Kontakt gekommen sind, ebenfalls untersucht und ambulant medizinisch betreut.

Ob für den Landtag eine Gefahr bestanden habe, konnte die Polizeisprecherin am Mittwochmittag noch nicht endgültig ausschließen. Für eine Bewertung müssten die weiteren Untersuchungsergebnisse abgewartet werden, heißt es. Während des Polizeieinsatzes waren Bereiche des Landtags in der Nähe der Poststelle für mehrere Stunden gesperrt.

Mittwochvormittag beraten traditionell die im Parlament vertretenen Fraktionen im Parlamentsgebäude. Zudem war das Gros der Landesregierung vertreten. Unter anderem weilten Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) und auch Innenminister Georg Maier (SPD) im Haus. Der Innenminister konnte nach der Sitzung seiner Fraktion einen Anschlusstermin nicht rechtzeitig wahrnehmen, da sein Dienstwagen von Feuerwehrfahrzeugen zugeparkt worden war.

Parallel zum Polizei- und Feuerwehreinsatz demonstrierten ab Mittag mehrere Hundert Landwirte vor dem Landtag. Viele von ihnen sind mit ihren Traktoren angereist, die in den ans Parlament angrenzenden Straßen abgestellt wurden.

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