Feuerwehren rücken mit Drehleiter Schneebruch im Hainich zu Leibe

Heyerode. Einer ihrer bislang kompliziertesten und zugleich gefährlichsten Einsätze führte am Montagmorgen Stephan Stützer, Christian Stude und Christian Gaßmann mit der neuen Drehleiter der Feuerwehr Struth hoch in die Wipfel des Hainichs. In der Nähe des Heyeröder Sportplatzes drohten Bäume und Äste unter der schweren Last von Schnee und Raureif auf die Landstraße zwischen Heyerode und Oberdorla zu stürzen.

Christian Stude (links) und Stephan Stützer aus Struth begaben sich in den Korb der Drehleiter und machten sich anschießend ans Werk. Foto: Daniel Volkmann

Christian Stude (links) und Stephan Stützer aus Struth begaben sich in den Korb der Drehleiter und machten sich anschießend ans Werk. Foto: Daniel Volkmann

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Gegen 9 Uhr war zunächst die Feuerwehr Heyerode alarmiert worden. Einsatzleiter Christian Henning, Jens Marx, Jens Henning und Andre Hohlbein sahen sich jedoch selber außer Stande, die bedrohliche Lage für Autofahrer auf der stark frequentierten Straße zu entschärfen.

Um 9.34 Uhr rückte das rettende Trio aus Struth mit seiner Spezialtechnik an. "Gut, dass auch in Struth eine Drehleiter stationiert ist", sagte Jens Henning, der freiwillig bei seiner Heimatfeuerwehr in Heyerode Dienst tut und zu den hauptamtlichen Kräften der Mühlhäuser Feuerwehr gehört.

Dass das Agieren in luftiger Höhe gefährlich ist, zeigte sich schnell. Ein außer Kontrolle geratener Ast prallte mit Wucht gegen den Helm von Christian Stude. Der Schutzhelm, der danach davonflog, rettete ihm wahrscheinlich das Leben.

Zufällig Zeugen des Zwischenfalls wurden die Forst-Assessoren Michael Kinzel und Hans Stechern. Sie sind derzeit für die Ostdeutsche Gesellschaft für Forstplanung aus Potsdam zu einer Inventur in Revieren der Laubgenossenschaft Langula unterwegs und messen ausgewählte Bäume. "Völlig gesunde Äste brechen wie Streichhölzer weg", sagte Michael Kinzel. Weil ihre Arbeit jetzt zu gefährlich ist, wurde sie gestern unterbrochen. Am Dienstag wolle man die Situation neu bewerten.

Die Lage im Hainich als Wetterscheide war in den Vormittagsstunden besonders angespannt, weil dort zuerst die wärmeren Luftmassen auf die Baumkronen geprallt waren. Auch die Oberdorlaer Feuerwehr musste Schneebruch beseitigen. Erst vor wenigen Tagen hatte der Forst vorsorglich Bäume beiderseitig an der Landstraße durch den Hainich gefällt.

Umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste beeinflussten auch den Verkehr zwischen Langula und Nazza über die Struppeiche und bei Katharinenberg. Beide Straßen waren teilweise nur einspurig befahrbar, während sie von den Ästen geräumt wurden. "Auch wenn die Straßenverhältnisse schwierig waren - es blieb bis zum Nachmittag bei Unfällen mit Blechschäden. Und selbst deren Zahl ist überschaubar", sagte eine Beamtin der Polizeiinspektion Unstrut-Hainich. Auch in einem Waldgebiet des Nationalparks mussten gestern Wege gesperrt werden - am Craulaer Kreuz. "Dort sieht es ziemlich wild aus, sind Bäume umgestürzt, hängen Äste tief", sagte der Leiter des Nationalparks, Manfred Großmann. Er erwartet aber, dass die Wege schnell wieder freigegeben werden: "Die Situation entspannt sich bereits wieder."

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