Großaufgebot in Suhl: Schlägerei und Feueralarm in Flüchtlingserstaufnahme

Suhl  In der Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl ist es in der Nacht zu einer Schlägerei gekommen. Wie die Polizei mitteilte, sind mehrere Menschen in Streit geraten. Dabei wurde der Feueralarm ausgelöst. Feuerwehr und Polizei rückten mit einem Großaufgebot an.

Insgesamt mussten 400 Menschen für kurze Zeit das Gebäude verlassen, bis die Feuerwehr Entwarnung geben konnte.

Insgesamt mussten 400 Menschen für kurze Zeit das Gebäude verlassen, bis die Feuerwehr Entwarnung geben konnte.

Foto: News5

Wegen eines Feueralarms ist die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge auf dem Friedberg in Suhl in der Nacht zum Donnerstag kurzzeitig vollständig evakuiert worden. Es habe sich aber um einen Fehlalarm gehandelt, teilte die Polizei in Erfurt mit. Die rund 400 Bewohner konnten demnach schnell wieder zurück in ihre Zimmer.

Gegen 23.30 Uhr berichtete ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes von einer Auseinandersetzung zwischen Bewohnern. Er bat um Polizeiverstärkung. Ein 23-jähriger Algerier hatte einen 43-jährigen Libyer geschlagen. Beide Streithähne hielten sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Büro des Sicherheitsdienstes auf und hatten sich auch schon wieder etwas beruhigt.

Aus Protest Möbel im Zimmer umgeworfen

Zur gleichen Zeit war einem anderen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes bei einer Hausstreife ein 30-jähriger Marokkaner aufgefallen, der offenbar schon stark angetrunken und im Begriff war, weiterhin Hochprozentiges zu konsumieren. Der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes nahm die Schnapsflasche an sich. Aus Protest warf nun wiederum der 30-Jährige Mobilar im Zimmer umher, weshalb er beruhigt und aus dem Zimmer gebracht werden musste. Dies veranlasste eine Vielzahl von Bewohnern, sich auf dem Gang des Gebäudes wild gestikulierend und laut diskutierend am Geschehen zu beteiligen.

Letztendlich löste ein Unbekannter im Haus den Feueralarm aus. Weil der Sirenenton derart laut war, war nun keinerlei Kommunikation mehr möglich, auch wegen der Sprachbarrieren. Alle Bewohner verließen zügig das Gebäude. Allerdings stritten sie dabei immer noch, und auch Tätlichkeiten untereinander blieben nicht aus. Die Feuerwehrleute überprüften das Gebäude, konnten jedoch nirgendwo ein Feuer feststellen. Wenige Minuten nach Mitternacht beruhigten sich die Bewohner.

Insgesamt wurden bei den Auseinandersetzungen fünf Flüchtlinge leicht verletzt, vier von ihnen wurden im Suhler Klinikum behandelt. Die Polizei konnte vier Tatverdächtige ausfindig machen. Gegen sie wird wegen Körperverletzung bzw. gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Alle Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst blieben unverletzt. Am Polizeieinsatz waren Beamte der Suhler Polizei und der Bereitschaftspolizei beteiligt.

Das könnte Sie auch interessieren:

Nur noch Suhl dauerhaft Erstaufnahme für Flüchtlinge

Weitere Polizeinachrichten aus Thüringen

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.