Großeinsatz der Feuerwehr bei Brand am Draisinen-Bahnhof: Tür zum Feuerwehr-Haus verklebt

Lengenfeld / Stein  Mehr als 100 000 Euro Schaden gab es nach dem Brand am Draisinen-Bahnhof in Lengenfeld im Unstrut-Hainich-Kreis. Es gibt den Verdacht auf eine Brandstiftung. Der Betreiber lobt eine Belohnung aus. Und die Feuerwehr musste die Tür eintreten zum Gerätehaus.

Am Samstagmorgen brannte es im Draisinenbahnhof in Lengenfeld unterm Stein. Nach ersten Erkenntnissen ist Brandstiftung die Ursache für das Feuer. Ein Schubkarren mit einem Stapel Autoreifen wurde an das Gebäude gefahren und angezündet. Foto: Daniel Volkmann

Am Samstagmorgen brannte es im Draisinenbahnhof in Lengenfeld unterm Stein. Nach ersten Erkenntnissen ist Brandstiftung die Ursache für das Feuer. Ein Schubkarren mit einem Stapel Autoreifen wurde an das Gebäude gefahren und angezündet. Foto: Daniel Volkmann

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Für den Abend wurden Gäste erwartet. Etwa 40 Menschen aus Lengenfeld unterm Stein und der Umgebung wollten im Draisinen-Bahnhof in Lengenfeld unterm Stein ins neue Jahr feiern. Daraus wurde nichts. Ein Feuer, das am frühen Samstagmorgen von einem der Nachbarn bemerkt wurde, sorgte dafür.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen war auf einer Schubkarre ein Stapel Reifen entzündet worden. Die Schubkarre stand auf der dem Dorf abgewandten Seite, direkt an der Fassade. Das Feuer schaffte es, bis in den Dachstuhl zu kriechen. Thomas Ruhland leitete als Feuerwehrmann den Einsatz. Der konnte erst mit einer kleinen Verzögerung beginnen. "Wir sind nicht in unser Gerätehaus zu unseren Fahrzeugen gekommen. Das Schloss der Eingangstür war, wahrscheinlich mit Sekundenkleber, zerstört worden", sagt Ruhland.

Feuerwehrleute müssen Tür zum Gerätehaus eintreten

Die Feuerwehrleute mussten erst die Tür eintreten, um ausrücken zu können. Wenige Minuten nach fünf am Samstagmorgen war es in diesem Moment. Wie lange es da schon am Bahnhof am anderen Ende des Ortes brannte, darüber kann man nur mutmaßen. "Das Feuer ist wohl gegen halb oder um vier gelegt worden", ist sich Frank Schröter sicher; er ist der Geschäftsführer der Kanonenbahn GmbH, die den Draisinen-Bahnhof nutzt. Sie verkauft dort Karten für eine Fahrt auf einer der Draisinen oder in der Kanonenbahn, bietet die Möglichkeit zum Imbiss und seit Herbst auch die Möglichkeit zu übernachten. Zwei Ferienwohnungen sind mittlerweile fertig; beide sollten auch in der Nacht zum Neujahrstag vermietet werden. Eine dritte Ferienwohnung sollte in etwa vier Wochen komplett ausgebaut sein.

Ostern sollen Wohnungen wieder nutzbar sein

Frank Schröter hat trotz des Schreckensmorgens ein klares Ziel: Wenn Ostern wieder die Draisinen-Saison beginnt, sollen auch die Wohnungen wieder nutzbar sein.

Bis dahin ist jede Menge Arbeit. Am Mittag des Silvestertags fährt Dachdeckermeister Christoph Riese aus dem Ort vor. Noch am selben Tag will er ein Gerüst aufstellen, dann möglichst schnell wieder das Dach verschließen, um weiteren Schaden zu vermeiden. Bis zum Mittag ist die Feuerwehr Lengenfeld / Stein vor Ort, verabschiedet sich dann in eine kurze Pause und will am späten Nachmittag wiederkommen, um erneut nach Glutnestern zu suchen.

Die Polizei schätzte den Schaden auf 80 - bis 100 000 Euro. Schröter glaubt da eher der Schätzung seines Versicherungsvertreters. "Der meint: 100 000 Euro reichen nicht. Zwei Ferienwohnungen sind zerstört, der Dachstuhl, die Zwischendecken ....."

40 Feuerwehrleute im Einsatz

Für die Feuerwehr aus Lengenfeld unterm Stein war der Einsatz am Silvestertag der traurige Höhepunkt des Jahres, wenn es auch "nur" bei Sachschaden blieb. Neben den Einheimischen waren auch Feuerwehrleute aus den benachbarten Orten Struth, von dort brachte man die Drehleiter mit, und Hildebrandshausen. Etwa 40 Leute seien, so Ruhland, über Stunden im Einsatz gewesen.

Für Schröter und auch die Feuerwehrleute steht fest: Es war Brandstiftung. 5000 Euro lobt Schröter für die GmbH aus, die den oder die Täter überführen.

Am Nachmittag ist der beißende Geruch von verbranntem Gummi noch immer allgegenwärtig. Allein die weiß-rote Bahnhofskatze scheint sich daran nicht zu stören; die sitzt auf der Fensterbank des Gebäudes und sonnt sich. Schröter ist noch immer das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Ruhland ist froh, dass am anderen Ende des Ortes sein Feuerwehrhaus wieder abzuschließen ist, das Schloss ist ausgetauscht. Doch die Suche nach den Tätern, die hat gerade erst begonnen. "Brauchen wir einen scharfen Hund, der alles verbellt, was sich dem Bahnhof nähert? Sollten wir eine der drei Wohnungen fest vermieten?" Für Schröter, den Kanonenbahnverein und die GmbH hat die Zeit des Aufarbeitens gerade erst begonnen.

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