Hunderte Anhänger und Gegner von Pegida-Ableger in Erfurt

Erfurt. Etwa 400 Menschen haben nach Angaben der Polizei am Montagabend in Erfurt gegen einen Aufmarsch des Thüringer Pediga-Ablegers demonstriert, der sich nun "Thügida" nennt.

Mit Sitzblockaden versuchten Gegendemonstranten den Aufmarsch zu behindern. Foto: Julius-Jasper Topp

Mit Sitzblockaden versuchten Gegendemonstranten den Aufmarsch zu behindern. Foto: Julius-Jasper Topp

Foto: zgt

Dabei hätten Gegendemonstranten den geplanten Demonstrationszug durch einen Teil des Erfurter Nordens auch durch Blockaden gestört, sagte ein Sprecher der Landespolizeiinspektion Erfurt. An der Thügida-Veranstaltung selbst hätten 200 bis 300 Menschen teilgenommen. Beide Veranstaltungen fanden in unmittelbarer Nähe einer Flüchtlingsunterkunft statt.

Beim direkten Aufeinandertreffen der gegensätzlichen Lager kam es zum Teil zu aggressiven Verhalten beider Gruppen. Durch eine konsequente Trennung der Lager konnte die Polizei Ausschreitungen verhindern. Nach einem Flaschenwurf wurde eine Person in Gewahrsam genommen.

Der Ableger der selbsternannten Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) ist aus der sogenannten Sügida-Bewegung hervorgegangen, die in den vergangenen Wochen in Suhl unter anderem mit fremdenfeindlichen Parolen demonstriert hatte. Statt Suhl sollen es nun in den kommenden Wochen verschiedene Städte des Freistaats sein.

Migrationsminister Dieter Lauinger (Grüne) und die Vorsitzende der Linke-Fraktion im Landtag, Susanne Hennig-Wellsow, sagten, sie hofften, dass die Proteste des Thüringer Pegida-Ablegers nun weiter abflauten. Selbst in einem solchen Fall würden die Probleme aber nicht verschwinden, die durch die Demonstrationen von Pegida und den verschiedenen Ablegern deutlich geworden seien, warnten sie.

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