Lücken beim Rettungsdienst: DRK-Kreisverband Eisenach fehlen Fachkräfte

Eisenach  Für den DRK-Kreisverband Eisenach und seinen Geschäftsführer Matthias Ecke bringt die praktische Umsetzung des neuen Notfallsanitätergesetzes viele Probleme mit sich. Ihm fehlen die dafür notwendigen Arbeitskräfte.

In einer vorgegebenen Frist sollen Einsatzwagen ausgerückt sein. Die neue Ausbildung erschwert die Personalsuche. Foto: Carsten Rehder/dpa

In einer vorgegebenen Frist sollen Einsatzwagen ausgerückt sein. Die neue Ausbildung erschwert die Personalsuche. Foto: Carsten Rehder/dpa

Foto: zgt

Rettungsassistenten werden nicht mehr ausgebildet, dafür aber Notfallsanitäter. Die dreijährige Ausbildung wird ab September 2016 grundsätzlich angeboten, bereits ausgelernte Rettungsassistenten absolvieren schon seit längerer Zeit in Thüringen entsprechende Fortbildungen.

Die Berufsbezeichnung Rettungsassistent - bislang höchste nicht-akademische Qualifikation in der Notfallrettung - hat ausgedient. Ab sofort durchlaufen neue Mitarbeiter im Rettungsdienst eine dreijährige Ausbildung und führen danach die Berufsbezeichnung Notfallsanitäter beziehungsweise Notfallsanitäterin.

Berufserfahrene Rettungsassistenten durchlaufen nach und nach Fortbildungen mit nachfolgender Prüfung, die zur neuen Qualifikation Notfallsanitäter überleiten.

In anderen Bundesländern locken mehr Geld und andere Aufgaben

Für den DRK-Kreisverband Eisenach und seinen Geschäftsführer Matthias Ecke bringt die praktische Umsetzung des neuen Notfallsanitätergesetzes viele Probleme mit sich.

Ihm fehlen die dafür notwendigen Arbeitskräfte. Allein drei Mitarbeiter hat er in diesem Jahr an andere Arbeitgeber, zum Teil auch in andere Bundesländer wie Hessen, verloren. Dort lockten mehr Geld und zum Teil andere Aufgabenbereiche. Denn: Wer sich in den letzten Monaten hat als Notfallsanitäter fortbilden lassen, gilt als Fachkraft, kann in der Notfallaufnahme eines Krankenhauses ebenso arbeiten wie in der Pflege.

„Es handelt sich um eine spezialisierte Fachkraft für Notfälle“, umschreibt Ecke.

Markt ist wie leer gefegt

Problem ist nur, dass es nicht so viele ausgebildete neue Notfallsanitäter mehr gibt. „Der Markt ist wie leer gefegt“, sagt Ecke, der Schwierigkeiten hat, seinen Rettungsdienst mit allen Fahrzeugen rund um die Uhr ordentlich zu besetzen.

„Das macht uns schon große Sorge“, sagt der DRK-Geschäftsführer. Sein einziger kurzfristiger Ausweg ist es, Vereinbarungen über zusätzliche Mehrarbeitszeit bei gleichzeitiger Entgeltvergütung mit einzelnen bereits beim DRK-Kreisverband Beschäftigten zu vereinbaren. Das ist aber keine Lösung auf Dauer. Problematisch sei bei der Ausbildung des Nachwuchses, dass das Land Thüringen die Zahl der Ausbildungsplätze bestimmt, aber die Krankenkassen die Ausbildung der künftigen Notfallsanitäter bezahlen müssen. Beim Rettungsassistenten kam es zu solcher Interessenskollision aber nicht, so Ecke.

Es sei grundsätzlich schwierig, passendes Personal für die Notrettung zu finden. Das DRK Eisenach hat das Landratsamt Wartburgkreis informiert, dass es in den nächsten Monaten eng werden könnte. Der Kreisverband betreibt auch Rettungsstationen in Herda, Behringen und Thal. Ob sich die Situation entspannt, kann Matthias Ecke momentan schwer sagen.