Messerstecherei am Bustreff in Arnstadt: Das sagt Arnstadts Bürgermeister

Arnstadt  Zwei Männer geraten in Streit. Einer von ihnen zückt ein Messer.

Auf dieser Bank saß laut Passanten der blutende Mann, als die Rettungskräfte eintrafen.

Foto: Hans-Peter Stadermann

Am Bustreff hat am Donnerstagabend ein 25-Jähriger einen 34-jährigen Mann mit einem Messer verletzt. Nach Angaben der Polizei seien die beiden Männer in Streit geraten, der gegen 21.20 Uhr ein blutiges Ende nahm.

Wie die Polizei weiter mitteilt, seien die beiden Männer betrunken gewesen. Warum sie in Streit gerieten, könne derzeit nicht gesagt werden. Der verletzte Mann stammt aus Tschetschenien und musste aufgrund der Schnittwunde ins Krankenhaus eingeliefert werden. Passanten zufolge habe der Mann stark geblutet. Die Verletzung durch die Messerattacke verlaufe über Brust und Bauch.

Zudem berichten Passanten, dass der Angreifer im Anschluss in Richtung eines nahegelegenen Supermarkts geflüchtet ist. Die Polizei hat ihn aber offenbar gefasst. Der Mann wurde vorläufig festgenommen.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen sei der aus Somalia stammende Mann am gestrigen Freitag wieder auf freien Fuß gekommen. Das habe die Staatsanwaltschaft so entschieden, informiert Annett Haberecht von der Landespolizeiinspektion in Gotha. Zu den genauen Tatumständen ermittle nun die Kriminalpolizei.

Unweit des Tatorts gibt es eine private Überwachungskamera an einer Hauswand. Inwieweit diese für die Ermittlungen relevant sein könnte, war von der Polizei nicht zu erfahren.

Bürgermeister Frank Spilling (parteilos) bewertet den Vorfall als dramatisch und bedauerlich, ganz gleich welcher Herkunft die beiden Beteiligten sind. Er warnt vor voreiligen Reaktionen und ruft zu Besonnenheit und Mitgefühl auf. Insbesondere vor dem Hintergrund der Ereignisse in Chemnitz und Köthen. „Die Tat ist zu verurteilen. Trotzdem ist Arnstadt eine weltoffene Stadt“, so Spilling. Er hoffe, dass der Vorfall keine Racheakte nach sich zieht.

Gleichwohl schätzt Arnstadts Bürgermeister ein, dieser Vorfall zeige, dass Integration an ihre Grenzen gerät und bezeichnet ihn als „Produkt mangelhafter Integration“. Unter anderem das Landratsamt als Integrationsbehörde sei mehr denn je gefragt.

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