Mit Weimars Viehauktionshalle ist ein Erinnerungsort abgebrannt

Weimar. Kurz nach 1 Uhr lief der Alarm bei der Polizei ein. Nach Augenzeugenberichten war die Viehauktionshalle da bereits nicht mehr zu retten.

Im Nu stand die Halle in voller Ausdehnung in Flammen. Foto: P. Beil Foto: Patrick Beil

Im Nu stand die Halle in voller Ausdehnung in Flammen. Foto: P. Beil Foto: Patrick Beil

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Im Nu stand die 35 mal 70 Meter große und 25 Meter hohe Halle in voller Ausdehnung in Flammen. Die Berufsfeuerwehr und alle fünf freiwilligen Feuerwehren der Stadt wurden alarmiert und eine zusätzliche Drehleiter aus Jena angefordert, weil der Funkenflug an der Ettersburger Straße weitere Gebäude in Brand setzte oder bedrohte. So mussten die Feuerwehren die Firma Car-Glas, die Hetzerhalle, den Rewe-Markt neben der Viehauktionshalle sowie ein Wohngebäude an der Ettersburger Straße sichern. Fünf Pkw, die in der Nähe der Halle geparkt waren, ließ die Polizei von einem Abschleppdienst umsetzen.

An der Halle waren in den letzten Tagen Reparaturen ausgeführt worden. Von Ende Mai bis Mitte September 2015 sollte sie als Ausstellungsfläche für die Ausstellung STADTLAND der Internationalen Bauausstellung Thüringen (IBA) dienen. Das Kunstfest Weimar hatte am Dienstag erst bekannt gegeben, dass die Viehauktionshalle mit einem Jazzkonzert und anschließendem Publikumsgespräch auch wieder in das Festival einbezogen wird.

Zuletzt stand das Denkmal im Zentrum eines Konflikts zwischen der Stadt und dem Eigentümer Konsum. Die Genossenschaft sah sich zwar steigenden Aufwendungen für den Erhalt der Halle gegenüber, bei den Möglichkeiten der Verwertung des Objekts bzw. seines Umfelds sah sie sich allerdings massiv von der Verwaltung behindert.

Die Halle wurde 1937 für Viehauktionen errichtet. Anfang Mai 1942 diente sie als Sammelort für Thüringer Juden vor ihrer Deportation.