Nach AfD-Anfrage öffentlich geworden: Junge wurde im Stadtwald von Gera vergewaltigt

Gera  Die Tat geschah vor acht Wochen. Eine Polizeimeldung gab es nie. Der Landtagsabgeordnete Stephan Brandner brachte den Fall durch eine Nachfrage nun an die Öffentlichkeit. Er argwöhnt politisches Kalkül.

Durch eine Anfrage des Geraer AfD-Landtagsabgeordneten Stephan Brandner wurde der Fall öffentlich. Archivfoto: Sascha Fromm

Durch eine Anfrage des Geraer AfD-Landtagsabgeordneten Stephan Brandner wurde der Fall öffentlich. Archivfoto: Sascha Fromm

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Die Vergewaltigung eines 14-jährigen Jungen aus Afghanistan durch zwei 18-jährige Landsmänner im Stadtwald von Gera ist erst jetzt durch die parlamentarische Anfrage des Vorsitzenden des Justizausschusses im Landtag, Stephan Brandner (AfD), publik geworden. Das Opfer wurde dabei nach eigenen Angaben sogar gefilmt.

„Eine Pressemeldung dazu hat es nicht gegeben“, teilte der Sprecher der Landespolizeiinspektion Gera, Sebastian Hecker, auf Anfrage mit – warum auch immer. Für Hecker, der damals selbst nicht im Dienst war, ließ sich der Grund dafür gestern nicht ermitteln.

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Politiker Brandner, Anwalt von Beruf, sagte unserer Zeitung: „Ich habe eine Vermutung: Diese schwere Straftat wurde nicht publik gemacht, um die Stimmung in der Zuwanderungskrise nicht weiter anzuheizen.“

Bereits vor Monaten hatte die Gewerkschaft der Polizei in Thüringen ähnliche Vorwürfe erhoben. Das Innenministerium hatte dies dementiert und betont: Es gibt keine Weisung, Einsätze, die im Zusammenhang mit Asylbewerbern stehen, zu verheimlichen.“

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„Gerade wenn Kinder als Opfer betroffen sind, ist es wichtig, diese Straftaten zu melden“, meint Brandner. „Täglich werden von der Polizei die einfachsten Verkehrsdelikte und betrunkene Radfahrer gemeldet, aber eine Vergewaltigung eines Kindes wird der Presse nicht bekannt gemacht.“

In Apolda, so ein Polizeibericht von gestern, „wurde eine männliche Person im Netto Markt durch eine Mitarbeiterin dabei beobachtet, wie dieser Waren im Wert von ca. 15 Euro in seinen Rucksack steckte...“

18-Jähriger sitzt seit acht Wochen in U-Haft

Im Stadtwald von Gera ist vor acht Wochen folgendes passiert: Die drei jungen Leute zogen am Freitag, dem 28. April, durch die Stadt und tranken so viel Alkohol, dass sich der 14-Jährige nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Die beiden Älteren stützten ihn. Spaziergänger im Stadtwald, die das Grüppchen um 18.45 Uhr sahen, riefen umgehend den Rettungsdienst. Die beiden 18-Jährigen suchten gleich das Weite.

Der Notarzt fuhr den Jugendlichen ins Waldklinikum, wo es fünf Stunden später, gegen 23 Uhr, zu einem weiteren Vorfall kam. Der 14-Jährige randalierte, die Klinik rief die Polizei, und dann erzählte der Junge die Geschichte seiner Vergewaltigung – auch dass der zweite 18-Jährige sie filmte.

Dann begann die Suche nach ihnen, mit einem großen Polizeiaufgebot. Die beiden Tatverdächtigen wurden ermittelt, gegen den mutmaßlichen Vergewaltiger wurde Haftbefehl erlassen. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Gera gegen die beiden Jungerwachsenen. Vorbestraft sind die beiden Asylbewerber nicht.

Der potenzielle Vergewaltiger sitzt nach Auskunft der Staatsanwaltschaft von gestern weiterhin in Untersuchungshaft.

Angaben zu dem Handy und dem Film, der die Straftat dokumentieren soll, könnten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht werden, hieß es.

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