Nach Bankraub in Eisenach: Ermittler jagten zunächst Phantom

Verunreinigte Wattestäbchen ließen die Polizei über zweieinhalb Jahre einer falschen Spur folgen. Lange hatten die Ermittler ihre Hoffnung vor allem auf die am Dienstfahrzeug der Polizisten festgestellte DNA-Spur gesetzt und unter Einbeziehung der Öffentlichkeit eine "Unbekannte weibliche Person" gejagt.

Ein Beamter der Spurensicherung in Heilbronn vor über vier Jahren. Das Foto entstand zum Polizistenmord am 25. April 2007.  Fotos: Michael Latz/dapd

Ein Beamter der Spurensicherung in Heilbronn vor über vier Jahren. Das Foto entstand zum Polizistenmord am 25. April 2007. Fotos: Michael Latz/dapd

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Erfurt. Es ist hart. Etwa zwei Jahre jagten die Ermittler der baden-württembergischen Soko "Parkplatz" einer unbekannten weiblichen Person hinterher, und dann entpuppte sich ihre Spur als eine falsche.

Dabei stand die Gesuchte in dringendem Verdacht, am 25. April 2007 die im thüringischen Oberweißbach geborene Polizistin Michele Kiesewetter in Heilbronn erschossen zu haben. An ihrem Dienstfahrzeug wurde ein genetischer Fingerabdruck gefunden, der anfangs zu 20 weiteren Verbrechen führte - sowie zu Laubeneinbrüchen. Dazu kamen im Laufe der Zeit noch fünf Morde.

Bei all diesen Fällen konzentrierten sich die Ermittler darauf, der Unbekannten, die so leichtfertig Spuren hinterließ, eine Identität zu verpassen, um ihrer habhaft zu werden.

Doch je mehr Treffer die Gen-Datei des Bundeskriminalamtes ausspuckte, desto größer wurde die Skepsis. Von einer weiblichen Person war die Rede. Von Verbindungen zum Drogenmilieu, weil in Gerolstein in der Eifel einer der verdächtigen Gen-Codes an einer Spritze gefunden wurde, die Drogen enthalten hatte. Auch über eine osteuropäische Abstammung wurde gerätselt.

Dann stellte heraus, die verdächtige Spur führt zu einem Wattestäbchenhersteller. Dort waren die verwendete Stäbchen verunreinigt worden.

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