Nach Sparkassenraub: Sonderkommission vermutet Selbstmord

Neuer Verdacht beim Sparkassenüberfall in Eisenach: Die tot aufgefundenen Männer haben sich vermutlich selbst erschossen. Die Thüringer Polizei hat bei ihren Ermittlungen zudem zwei Polizeipistolen beschlagnahmt, die von einem Polizistenmord in Heilbronn stammen. Das bestätigte am Montag der Sprecher des Baden-Württembergischen LKA in Stuttgart, Horst Haug, der Thüringer Allgemeine.

In dem zerstörten Wohnmobil wurden am Freitag bei Eisenach zwei Leichen der Bankräuber gefunden. Foto: Norman Meißner

In dem zerstörten Wohnmobil wurden am Freitag bei Eisenach zwei Leichen der Bankräuber gefunden. Foto: Norman Meißner

Foto: zgt

Erfurt. Die am Freitag tot in einem Wohnmobil in Thüringen entdeckten Männer haben sich offenbar selbst umgebracht. Die mutmaßlichen Bankräuber hätten sich vermutlich erschossen, sagte der Leiter der Sonderkommission "Capron" am Montag in Erfurt. Es stehe zudem "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fest", dass die beiden 34 und 38 Jahre alten Männer für den Überfall in Eisenach und einen weiteren Bankraub in Arnstadt verantwortlich seien.

Darauf lasse die in dem Wohnmobil sichergestellte Beute schließen. Neben den Leichen hatten die Ermittler zudem die geraubten Dienstpistolen der im April 2007 in Heilbronn erschossenen Polizistin Michele Kiesewetter aus Thüringen und ihres damals schwer verletzten Kollegen gefunden.

Polizei jagte lange Zeit Phantom

Die 22-jährige Polizistin war am 25. April 2007 auf der Heilbronner Theresienwiese mit einem Schuss in den Kopf getötet worden. Ihr 25-jähriger Kollege wurde durch Schüsse lebensgefährlich verletzt und kann sich bis heute an die Tat nicht erinnern. Augenzeugen der Tat wurden nie ermittelt, obwohl das Gelände in der Regel belebt ist. Lediglich der Tatzeitpunkt gegen 14.00 Uhr gilt als sicher, da Zeugen Schüsse hörten.

Lange hatten die Ermittler ihre Hoffnung vor allem auf die am Dienstfahrzeug der Polizisten festgestellte DNA-Spur gesetzt und unter Einbeziehung der Öffentlichkeit eine "Unbekannte weibliche Person" gejagt. Die vermeintliche Schwerstkriminelle und Serientäterin, deren DNA an insgesamt rund 40 Tatorten im In- und Ausland sichergestellt worden war, entpuppte sich letztlich als unbescholtene Verpackerin. Ihr genetischer Code befand sich auf den Wattestäbchen, die die Polizei bei der Spurensuche einsetzte.

Die Verbindung zur der Tat in Heilbronn ist eine weitere spektakuläre Entwicklung bei dem, was noch am Freitag als vermeintlich einfacher Banküberfall begann. Zwei maskierte Männer mit Schusswaffen hatten die Sparkasse in Eisenach ausgeraubt. Bei dem Überfall hatten Zeugen ein weißes Wohnmobil gesehen. Gegen Mittag entdeckte die Polizei das verdächtige Fahrzeug am Stadtrand von Eisenach. Als sich die Beamten dem Fahrzeug näherten, sollen Schüsse gefallen sein. Kurz darauf brannte das Fahrzeug von innen aus.

Männer bewohnten offenbar explodiertes Haus in Zwickau

Die Feuerwehr musste das Wohnmobil löschen. Im Inneren wurden zwei Leichen mit Schussverletzungen und offenbar ein Teil der Beute aus dem Banküberfall gefunden. Am Freitagnachmittag explodierte zudem in Zwickau eine Doppelhaushälfte. Die Polizei sucht seitdem nach einer Frau und zwei Männern, die in dem Gebäude gelebt haben sollen.

Die Polizei in Zwickau bestätigte der Thüringer Allgemeine, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das ausgebrannte Wohnmobil die Tage zuvor in der Nähe des explodierten Hauses gesehen worden sein soll. Die Ermittler gehen von einer Verbindung zwischen dem Banküberfall in Eisenach und den vermissten Personen nach der Wohnhausexplosion aus.

Nach Banküberfall in Eisenach rätselhafter Tod im Wohnwagen